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Auswilderung

In den beiden Auswilderungsstationen im Bukit Tigapuluh Nationalpark und im Jantho Naturreservat werden Orang-Utans sorgfältig auf ein Leben in ihrer natürlichen Umgebung vorbereitet. Sind sie bereit für ein Leben in Freiheit, werden sie schrittweise und unter ständiger Beobachtung freigelassen. Mit den so wiederangesiedelten Orang-Utan schafft das SOCP-Team zwei neue, genetisch tragfähige und selbsterhaltende Populationen.

Transport in die Auswilderungsstation

Noch in der Auffang- und Pflegestation wird eine Gruppe von Orang-Utans zusammengestellt, die bezüglich Altersstruktur, Geschlecht und Charakter zusammenpassen. Sind alle Orang-Utans einer solchen Gruppe bereit für die Wiederansiedlung im freien Regenwald, werden sie in eine der beiden Auswilderungstationen im Bukit Tigapuluh Nationalpark oder im Jantho Naturreservat transportiert. Die Reise in einer Gruppe vertrauter Artgenossen und betreut von bekannten Tierpflegern soll den Stress auf ein Minimum reduzieren und eine schnelle Eingewöhnung am neuen Ort ermöglichen.

Vorbereitung auf ein selbständiges Leben im Regenwald

In der Auswilderungsstation angekommen werden die Tiere zuerst in Gehegen untergebracht, die denjenigen in der Auffang- und Pflegestation ähneln. In den Wochen nach Ankunft in ihrem neuen Zuhause werden die Orang-Utans von qualifizierten Mitarbeitenden Schritt für Schritt auf das Leben im Regenwald vorbereitet. Sie lernen, von welchen Pflanzen sie sich ernähren können oder wie ein sicheres Nest für die Nacht gebaut wird. Der Eingewöhnungsprozess jedes einzelnen Orang-Utans wird von den erfahrenen Mitarbeitenden sorgfältig beobachtet. Sobald es wahrscheinlich ist, dass ein Orang-Utan bereit ist für sich selber zu sorgen, wird die Türe des Geheges offen gelassen. Je nach Charakter des Orang-Utans verschwindet das Tier innert kürzester Zeit im Wald oder aber geht noch einige Zeit «ein und aus».

Überwachung der wiederangesiedelten Orang-Utans

Die freigelassenen Orang-Utans werden in den ersten Wochen nach ihrer Wiederansiedlung täglich vom Monitoring-Team der Station überwacht. So werden Daten über ihr Verhalten, die Nahrungsaufnahme sowie ihre soziale Kompetenzen gesammelt. Diese Daten geben Aufschluss darüber, ob es den ausgewilderten Tieren gut geht oder ob Anpassungen im Auswilderungs-Programm nötig sind.

Im Schutzwald von Jantho wildert das Team des Orang-Utan-Schutzprogramms jährlich 10–20 Orang-Utans aus – bisher insgesamt rund 100 Tiere. Viele von ihnen bleiben in der Nähe der Auswilderungsstation, wo das Monitoring-Team sie einfach beobachten kann. Immer mehr Tiere legen jedoch eine grössere Distanz zurück und siedeln sich tief im Regenwald, viele Kilometer entfernt von der Auswilderungsstation, an. Die Überwachung und Beobachtung der Orang-Utans in mehr als einen Tagesmarsch entfernten Gebieten, liefern wichtige Forschungsdaten. Deshalb wurden im Jahr 2016 sogenannte Satelliten-Camps errichtet. Diese ermöglichen dem Monitoring-Team das Wohergehen der Tiere in weiter entfernten Gebiete zu prüfen und wichtige Erkenntnisse über den Erfolg der Wiederansiedlung zu gewinnen.