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BIODIESEL: WIE GRÜN IST DER ALTERNATIVE DIESEL? Slash-and-burn practices for palm oil cultivation areas are the cause for the release of carbon dioxide. Full view

BIODIESEL: WIE GRÜN IST DER ALTERNATIVE DIESEL?

Der weltweite Palmölverbrauch steigt jährlich. Der gigantische Biodieselverbrauch der EU ist eine der Ursachen dafür. Doch wie sieht es in der Schweiz aus?

«Biodiesel» – Hört man zum ersten Mal davon, kriegt man schnell das Gefühl, dass sei eine gute Sache. Die global geführte Debatte über den Klimawandel und die damit verbundene Diskussion über den weltweiten Erdölverbrauch und das Schlagwort der Treibhausgasemissionen wecken beim Konsumenten den Willen, ökologischer zu leben. Biodiesel hält also als «umweltschonenderer» Kraftstoff hin. Er wird aus verschiedenen pflanzlichen Ölen und Methanol gemischt. Nebst Soja-, Raps-, und Sonnenblumenöl, wird jedoch auch Palmöl verwendet.

Eine Studie zeigt, dass an die 40% des in der EU verbrauchten Palmöls in Biodiesel fliesst! Diese Zahl ist in den letzten Jahren förmlich explodiert. Für den Gewinn des Palmöls werden riesige Regenwaldflächen gerodet und dabei grosse Mengen an Kohlendioxid freigesetzt. Die Klimaschädigung von Biodiesel ist demnach immens! Die Studie besagt, dass mit einem Verzicht von Palmöl in Biodiesel bis zu 50% des Verbrauches weltweit eingespart werden könnte.

Und wie sieht es in der Schweiz aus?
Die Situation in der Schweiz ist nur am Rande mit derjenigen in der Europäischen Union vergleichbar. Der Verbrauch von Biodiesel ist hier einigen Hürden unterstellt, welche dazu führen, dass wir einen vergleichsweise geringen Verbrauch dieses Öls haben.

  • Es gilt die Richtlinie, dass Biodiesel nicht zu Lasten der Nahrungsmittelproduktion gehen darf. Das heisst, dass pflanzliche Öle (wie Palmöl) zuerst als Nahrungsmittel, dann als Futtermittel und erst zuletzt als Kraftstoffmittel eingesetzt werden sollen. Deshalb werden oftmals gereinigte Altöle, anstelle von Palmöl, für die Herstellung von Biodiesel aufbereitet.
  • Die Unterschrift auf dem Kyoto-Protokoll verpflichtet die Schweiz, bis ins Jahr 2030 den CO2-Ausstoss um 50% unter das Niveau von 1990 zu senken. Dazu wurden das CO2-Gesetz und die CO2-Verordnung eingesetzt. Diese Bestimmungen erschweren zum Beispiel den Import von Biodiesel.
  • Die seit 2008 verschärften Bestimmungen bezüglich Mineralölsteuern führen in der Schweiz dazu, dass die Verwendung von Palmöl in Biodiesel für den Verbraucher teuer wird und deshalb kaum Nachfrage dafür existiert.

Die oben genannten Punkte führen unter anderem dazu, dass an Schweizer Tankstellen kaum mehr reiner Biodiesel erhältlich ist. An vielen Tankstellen wird jedoch Mineralöldiesel mit einem Anteil von ca. 7% Biodiesel (keine Deklarationspflicht) verkauft.

> Mehr Informationen zu der zitierten Studie
> Die Auswirkungen des Palmölanbaus