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MYSTERIÖSE HERBSTRUFE Der Europäische Laubfrosch lebt hauptsächlich auf Büschen und Bäumen. Full view

MYSTERIÖSE HERBSTRUFE

Eigentlich ist der Frühling die Jahreszeit der Amphibien-Konzerte, vor allem nach der Abenddämmerung. Wer würde da erwarten, dass im Herbst manche Amphibien ein weiteres Konzert einstimmen?

Tatsächlich sind zur Zeit an sonnigen Nachmittagen eigenartig krächzende Rufe zu hören, und zwar von den Bäumen. Doch es sind keine Vögel, sondern Laubfrösche. Diese kleinen, hellgrün gefärbten Frösche sind ausgezeichnet getarnt und verbringen die meiste Zeit des Jahres in den Bäumen und im Gebüsch. Dort sind sie vor Feinden geschützt, können sich ungestört sonnen und Insekten von den Zweigen pflücken. Den Winter verbringen sie hingegen versteckt in Asthaufen, wo sie vor Frost geschützt in Winterstarre fallen.

Während der Paarungszeit im Mai und Juni stimmen die Laubfroschmännchen laute Quakkonzerte an, die bis zu einen Kilometer weit zu hören sind. Die Männchen bemühen sich nach Leibeskräften, andere Mitstreiter zu übertönen, denn der lauteste Sänger von allen hat die besten Chancen auf eine Partnerin. Nach der Paarungszeit sind die Konzerte schnell ausgeklungen.

Doch an warmen Tagen des Spätsommers – im Altweibersommer also – ertönen sie erneut. Diesmal erklingen die Rufe aber nicht aus den Gewässern, sondern von den Bäumen oder aus Hecken. Beginnt ein Laubfrosch zu rufen, antworten oft andere Laubfrösche aus der nahen Umgebung – und plötzlich findet man sich inmitten eines Herbstkonzertes. Die Herbstrufe sind bei Weitem nicht so laut wie die Balzrufe im Frühling, sondern klingen leiser und krächzend. Welche biologische Funktion sie erfüllen, ist bis heute ungeklärt. Dennoch: die Besucher auf dem Erlebnispfad und in den Thurauen freut’s!

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