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Auswilderung

In den beiden Auswilderungsstationen im Bukit Tigapuluh Nationalpark und im Jantho
Naturreservat werden Orang-Utans sorgfältig auf ein Leben in ihrer natürlichen
Umgebung vorbereitet. Sind sie bereit für ein Leben in Freiheit, werden sie schrittweise
und unter ständiger Beobachtung freigelassen.

Hintergrund

Die erste Wiederansiedlungsstation im Bukit Tigapuluh Nationalpark in der Provinz Jambi wird von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt unterhalten. 2010 verlangte die Provinz-Regierung von Aceh, dass alle aus Aceh stammenden Orang-Utans auch wieder dort freigelassen würden. Deshalb baute das Orang-Utan-Schutzprogramm von PanEco im Naturreservat Jantho, im nördlichsten Teil von Sumatra,  eine neue Auswilderungsstation auf.

Das Naturreservat von Jantho ist sowohl in ökologischer als auch in geografischer Hinsicht ideal für die Auswilderung von Orang-Utans. Der dortige Regenwald ist dem Lebensraum von wilden Populationen in Sumatra sehr ähnlich, verfügt über die natürlichen Nahrungsgrundlagen für die Menschenaffen und birgt ein geringes Risiko für Konflikte mit Menschen. Das Jantho Naturreservat steht zudem unter dem höchsten Schutzstatus, der gemäss indonesischem Recht möglich ist, dadurch ist der Schutz vor illegalem Holzschlag und Wilderern bestmöglich gewährleistet. Bis heute wurden bereits über 70 Orang-Utans erfolgreich ausgewildert.

Wiederansiedlung

Aufgrund der Erfahrungen in der Auffang- und Pflegestation wird eine Gruppe von Orang-Utans zusammengestellt, die bezüglich Altersstruktur, Geschlecht und Charakter zusammenpassen. Diese Gruppe wird dann für die Wiederansiedlung in die Stationen im Bukit Tigapuluh Nationalpark oder im Jantho Naturreservat gebracht, welche über dieselben Gehegesysteme wie die Auffang- und Pflegestation verfügen. Hier werden die Orang-Utan von qualifizierten Mitarbeitenden auf das Leben im Regenwald vorbereitet. Sie lernen, von welchen Pflanzen sie sich ernähren können oder wie ein sicheres Nest gebaut für die Nacht wird. Zur Vorbereitung werden die einzelnen Orang-Utan von den Mitarbeitenden tagsüber in den Wald mitgenommen und für die Nacht wieder in ihre Gehege zurückgebracht. Je nach Alter und Zustand verbleiben die Tiere zwischen drei Wochen und mehreren Monaten in der Station, bevor sie in die Wildnis entlassen werden können.

Die Orang-Utan werden nach der Freilassung täglich von einem Team des Orang-Utan-Schutzprogramms überwacht. So werden Daten über ihr Verhalten, die Nahrungsaufnahme sowie ihre soziale Kompetenzen gesammelt. Diese Aufzeichnungen geben Aufschluss darüber, ob die Tiere selbständig überleben können oder Unterstützung nötig ist. Diese kontinuierliche Überwachung verbessert die langfristigen Überlebenschancen der Art.