Topbar widget area empty.

Regenwaldschutz

Die Befreiung, Pflege und Auswilderung von Orang-Utans ist das ursprüngliche Kerngeschäft von PanEco. Weil die Ursache für die Gefährdung der Menschenaffen aber in der Zerstörung ihres Lebensraums liegt, setzen wir uns heute auch stark für den Regenwaldschutz ein und betreiben Umweltbildung.

Das Leuser-Ökosystem

Das Leuser-Ökosystem – einer der bedeutendsten Schutzgebiete der Erde und UNESCO Weltkulturerbe – bietet Rückzugsmöglichkeiten für viele seltene Tier- und Pflanzenarten, die aufgrund der fortschreitenden Waldrodung für Palmöl-Plantagen bedroht sind. Hier findet man die weltweit grösste Dichte an Orang-Utans und andere prominente Arten, wie zum Beispiel den Weisshandgibbon, den Sumatra-Tiger oder die grosse Weichschildkröte.

Der Torfsumpfregenwald von Tripa, ein wichtiger Teil des Leuser-Ökosystems, ist besonders gefährdet. Die Abholzung von Tripa bedroht die einzigartige Biodiversität, trägt zur globalen Klimaerwärmung bei und zerstört auch die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung. Die Torfsumpfregenwälder sind eine wichtige Lebensgrundlage für die dort lebenden Menschen. Sie bieten einen wirksamen Schutz gegen Naturkatastrophen wie Tsunamis, liefern sauberes Trinkwasser und sichern mit ihrem reichen Vorkommen an Fischen und Früchten die Nahrungsgrundlage.

Die Bedrohung

Werden die Torfsumpfregenwälder abgebrannt und trocken gelegt, werden riesige Mengen an Kohlestoff in Form von CO2 in die Atmosphäre entlassen, wo sie zur globalen Klimaerwärmung beitragen. Eine Untersuchung von PanEco und dem World Agroforestry Centre ICRAF kommt zum Schluss, dass durch die Zerstörung von Tripa in den nächsten 30 Jahren geschätzte 30 Millionen Tonnen Kohlenstoff freigesetzt werden.

Vor dem Hintergrund der akuten Bedrohung von Tripa starteten PanEco und ihre Partner-NGO YEL 2005 ein Programm, um die Zerstörung zu stoppen und die langfristige Wiederherstellung und Erhaltung dieser einzigartigen Regenwälder sicherzustellen. Das Programm verfolgt zwei sich ergänzende Ziele: die lokale Umweltpolitik zu verbessern und alternative Einkommensquellen zu schaffen.

Auch das Leuser-Ökosystem und dessen einzigartige Biodiversität ist stark bedroht: In der Provinz Aceh hat die Regierung ein neues Raumplanungsgesetz eingeführt, das riesige Flächen dieses Ökosystems für den Bergbau sowie Papier- und Palmölplantagen frei geben soll. Das Gesetz widerspricht nationalen Umweltschutzgesetzen, doch die Provinzregierung pocht trotzdem auf deren Umsetzung. Das Leuser-Ökosystem ist nicht nur für uns Menschen überlebenswichtig. Er umfasst einer der wichtigsten Regenwälder der Erde und bietet Rückzugsmöglichkeiten für viele seltene Tier- und Pflanzenarten, die aufgrund der fortschreitenden Waldrodung bedroht sind.

Massnahmen

  • PanEco bietet wissenschaftliche Erforschung und Kartierung des Gebiets, um die Situation und Entwicklung auf Basis von soliden Daten beurteilen zu können. Aufgrund der Resultate wurden bereits wichtige Berichte zu Handen der Regierung und BEweise zur Gesetzesüberschreitungen veröffentlicht.
  • PanEco führt mit lokalen Einwohnern eine Kampagne durch, um das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Bedeutung des Sumpfwald-Ökosystems zu fördern. Die Kampagne stützt sich vor allem auf mobile Einheiten, welche Schulen und Dörfer besuchen. Radiosendungen und Materialien wie Flyer, Plakate usw. ergänzen die Kampagne.
  • PanEco vermittelt Regierungsbeamten Handlungskompetenzen und Wissen, damit diese Umweltvergehen strafrechtlich verfolgen und die richterlichen Prozesse einleiten können, sowie Gesetze zum Schutz des Leuser-Ökosystems fördern. PanEco unterstützt zudem die Lokalbevölkerung bei juristischen Aktionen gegen das Raumplanungsgesetz.
  • PanEco hat eine internationale Medienkampage gestartet, um die Situation in Tripa weltweit bekannt zu machen. Daraus resultieren diverse Artikel und Dokumentarfilme wie «Die dunkle Seite eines grünen Treibstoffs» (von der Weltbank ausgezeichnet) oder «The REDD Ape».

Gewonnener Gerichtsprozess

Ende 2013 konnte ein grosser Erfolg verbucht werden: Das indonesische Gericht hat die Palmölfirma PT Kallista Alam wegen illegaler Brandrodungen im Leuser-Ökosystem zu einer Geldstrafe von 9 Mio. US-Dollar verurteilt. 2014 hat das Gericht schliesslich den Rekurs von Kallista Alam zurückgewiesen und stützt somit den Entscheid des Gouverneurs von Aceh, der Palmölfirma ihre illegale Palmöl-Konzession zu entziehen. Dieses historische Urteil stellt ein Präzedenzfall dar und macht Hoffnung, dass in anderen Fällen ähnlich entschieden wird.

Was hat die Tiefkühlpizza in Ihrem Kühlschrank mit den Orang-Utans auf Sumatra zu tun? Erfahren Sie es in unserem kurzen animierten Film!