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2021 WIRD DAS JAHR DES STEINKAUZES Der Steinkauz, Vogel des Jahres 2021, brütet am liebsten in hohlen Obstbäumen. ©Herbert Keil Full view

2021 WIRD DAS JAHR DES STEINKAUZES

In den 1990ern fast ausgestorben wurde der Steinkauz nun von BirdLife Schweiz zum Vogel des Jahres 2021 ernannt. Wir erzählen die Geschichte dieser Art und zeigen Ihnen, wie auch Sie etwas für den Schutz der kleinen Eulenart tun können.

In der Schweiz gibt es nur wenige Steinkäuze. Vor 30 Jahren war er mit nur noch rund 50 Brutpaaren hierzulande sogar fast ausgestorben. BirdLife Schweiz hat die Notbremse gezogen und ein Programm auf die Beine gestellt, das den Steinkäuzen die Lebensgrundlagen sichern soll. Es geht vor allem um den Erhalt ihrer Lebensräume und das Einrichten von Brutmöglichkeiten, wie speziell für Steinkäuze angefertigte Niströhren. Die Anzahl Brutpaare konnte dank dieser intensiven Schutzmassnahmen seitdem wieder auf 149 Paare erhöht werden, das ist aber noch lange nicht genug, um von einer sicheren und stabilen Population zu sprechen.

Auch im Ausland gibt es grosse Bemühungen, den Steinkauz zu erhalten. Überall sind jedoch die gleichen Probleme schuld an seinem Verschwinden: Die intensive Landwirtschaft und der damit verbundene Pestizideinsatz, die Verödung der Landschaft und das Verschwinden der Streuobstwiesen und artenreichen Grünflächen. All diese Störungen in seinem Lebensraum hindern den Steinkauz bei der Brutstellensuche und nehmen ihm jegliche Futtermöglichkeiten. Steinkäuze bevorzugen hohle Obstbäume, kleine Nischen in Wänden und Ruinen, um ihre Brut aufzuziehen. Ihr Nahrungsspektrum ist vielfältig. Von Würmern und Insekten zu Mäusen, Reptilien und kleinen Vögeln ist alles dabei.

In der Greifvogelstation Berg am Irchel setzt man sich auch für die Steinkäuze ein. Es war zwar wegen seiner geringen Verbreitung noch nie einer zu Besuch, jedoch wäre die Landschaft um die Station durchaus mit entsprechender Aufwertung geeignet, Steinkäuzen neuen Lebensraum zu bieten. Dafür hat die Greifvogelstation Berg am Irchel 12 Steinkauz-Niströhren in ihrer Umgebung angebracht und eine Trockenmauer mit Bruthöhlen erbaut. Zudem fördert und propagiert die Greifvogelstation Hochstammpflanzungen und unterstützt so den Erhalt von Streuobstwiesen. In direkten Gesprächen ist sie bemüht, die Landwirte und Winzer in der Umgebung der Station vom Gemeinnutzen ökologischer Anbauweise zu überzeugen.

Sie können aber auch etwas für den Steinkauz tun. Versuchen Sie ihre Umgebung so artenreich wie möglich zu gestalten. Wenn Sie einen Garten haben, sichern Sie den Erhalt von Hochstämmen und Obstbäumen, um den Steinkäuzen Unterschlüpfe zu sichern und lassen sie den Garten im Winter etwas ungebändigt sein. Steinkäuze und Greifvögel allgemein ziehen dies vor, da Strukturen wie Hecken, Stauden und hohes Gras Tiere und Insekten Schutz vor dem Schnee bieten. Diese Bio-Reserven dienen den Greifvögeln im Winter oft als letzte Futterquelle, wenn Felder und Wiesen mit Schnee bedeckt sind. Zudem raten wir Ihnen, keine Pestizide, Gifte oder sonstige schädigende Mittel zu verwenden.

> Erfahren Sie mehr zu den Lösungsansätzen von BirdLife Schweiz
> Die Vogelwarte Sempach leitet ein Projekt zur Erforschung des Steinkauzes
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