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ASHA Interkulturelle Zusammenarbeit zum Wohl des Tieres: Ein Schweizer Chirurg und eine indonesische Tierärztin kümmern sich um die Patientin. Full view

ASHA

«Asha» bedeuted «Hoffnung». Und Hoffnung ist genau das, was die ausgewachsene Orang-Utan-Dame Asha braucht. Angekommen mit schwersten Verletzungen, kämpft sie nun in der Auffang- und Pflegestation für ein gesundes und freies Leben im Regenwald.

Ende letzten Jahres wurde Asha schwer verletzt und fast tot gefunden. Dem Bergungsteam wurde eine wilde, kaum glaubwürdige Geschichte rund um den Orang-Utan erzählt: Demnach fiel sie vor Schwäche nach einer Geburt von einem Baum. Dem Ausmass der Verletzungen nach zu urteilen, kann das jedoch kaum sein. Umgehend wurde Asha in unsere Auffang- und Pflegestation des Sumatra-Orang-Utan-Schutzprogramms SOCP gebracht. Die 8-stündige Fahrt von der Fundstelle bis zur Station war heikel; niemand wusste ob es das Tier überleben wird.

In der Station angekommen, bekam sie eine Bluttransfusion, die ihre akute Anämie zu lindern vermochte. Leuser, ein stattlicher männlicher Orang-Utan, der seit einigen Jahren bei uns in der Auffang- und Pflegestation lebt, spendete Asha Blut. Leuser wurde bekannt aus der Liebesgeschichte zwischen ihm und Gober: Zwei gerettete, blinde Orang-Utans, welche in der Station Zwillinge zeugten. Für das Weibchen und ihren Nachwuchs hatte die Geschichte bereits vor vier Jahren ein Happy-End: Sie klettern seit 2016 in Freiheit in den Regenwäldern von Jantho. Auf Ashas Lebensretter Leuser wartet, trotz Blindheit, ebenfalls eine gute Zukunft. Er wird einer von fünf Orang-Utans sein, welcher auf eine Insel im Orang-Utan-Haven ziehen darf, um dort seinen Lebensabend verbringen zu können.

Zurück zu Asha: Nach der Bluttransfusion fiel der Entscheid, dass ihre, über den ganzen Körper verteilten, zahlreichen Brüche nur durch eine Operation gerichtet werden können. Dr. Andreas Messikommer, ein orthopädischer Chirurg aus der Schweiz, flog nach Sumatra, um die komplizierte, 6-stündige Operation zu leiten. Der Eingriff war erfolgreich, trotzdem war zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht klar, ob sich Asha erholen kann. Einige Tage später zeigte der Orang-Utan Appetit – die Erleichterung war gross. Ab sofort entwickelte sie sich immer besser. Heute kann sie wieder ihre Arme heben und sich selbständig aufsetzten. Wir hoffen inständig, dass ihre Rehabilitation weiterhin voran geht, damit sie eines Tages wieder ein freier Orang-Utan sein kann.

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