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CORONA-UPDATE AUS DEM ORANG-UTAN-SCHUTZPROGRAMM Am 23. März wurde der männliche Orang-Utan Bejo in unsere Auffang- und Pflegestation eingeliefert. Er wurde illegal als Haustier gehalten. Full view

CORONA-UPDATE AUS DEM ORANG-UTAN-SCHUTZPROGRAMM

Beinahe ein Jahr ist es her seit unserem letzten Corona-Update aus unserem Orang-Utan-Schutzprogramm SOCP in Sumatra. Was hat sich seither getan?

Während der Dauer eines Jahres konnten wir auf Grund der Pandemie keine Orang-Utans mehr in die Freiheit entlassen. Während dieser Zeit veränderte sich in der Auffang- und Pflegestation sowie in den Forschungs- und Auswilderungsstationen einiges: Schutzmassnahmen wurden ergriffen, Schutzmaterial angeschafft, Dienstpläne umgeschrieben, Arbeitsprozesse optimiert und zusätzliche Gehege gebaut. Die Forschungstätigkeiten wurden auf ein Minimum heruntergefahren, das Personal muss mit Überstunden zurechtkommen und die Orang-Utans in Pflege mussten sich an einen anderen Rhythmus gewöhnen, da die Regenwaldschule ausfiel. Ausserdem scheinen aufgrund der Pandemie illegale menschliche Eingriffe in den geschützten Regenwald zuzunehmen. Unsere Teams überwachen die kritischsten Gebiete und versuchten weitere Regenwaldzerstörung und -fragmentierung zu verhindern.

Zu Beginn dieses Jahres fingen wir erstmals wieder an, zaghaft Hoffnung zu schöpfen, da ein bisschen Normalität in den Pandemie-Alltag zurückkehrte. Denn seit Februar können wir Mitarbeitende, die in direkten Kontakt mit Orang-Utans kommen, testen, was wir auch eifrig tun. Seit März ist es endlich auch möglich, zu impfen. Die ersten Impfungen erhielten die Tierärztinnen und das Tierpflegepersonal in der Auffang- und Pflegestation. Zu diesem Zeitpunkt war auch klar: Wir hatten bisher grosses Glück. Von den Orang-Utans, die ebenfalls regelmässig getestet werden, hat sich bisher keiner angesteckt und den SOCP-Teams geht es gut. Wir werden weiterhin alles daran setzten, dass das so bleibt!

Dank der Bewilligung der Behörden konnten wir im März wieder damit beginnen, Orang-Utans in die Auswilderungsstationen zu transportieren. Bis heute konnten dieses Jahr 9 Orang-Utans einen entscheidenden Schritt Richtung Wiederansiedlung gehen. Dies schuf gleichzeitig auch den dringend benötigten Platz in der Auffang- und Pflegestation. Im Jahr 2021 wurden bisher drei neue Jungtiere und ein ausgewachsenes Weibchen aufgenommen. Die drei Jungtiere sind unter vier Jahre alt, wurden aus dem Handel oder aus der Haustierhaltung befreit und es geht ihnen den Umständen entsprechend gut.

> Die ganze Geschichte zur ersten Auswilderung nach 12 Monaten
> Unser Corona-Update im Mai 2020 – so war es damals