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DIE GEFAHREN IM REGENWALD Glück im Unglück: «Luckys» geschwollene Lippe war deutlich erkennbar. Full view

DIE GEFAHREN IM REGENWALD

Der Name ist Programm: Orang-Utan «Lucky» kam mit einem Schrecken von einem Schlangenbiss davon. Heute klettert sie wieder zufrieden in den Bäumen von Jantho, unserem Auswilderungsgebiet im Norden Sumatras.

Im Februar beobachtete einer unserer Forschungsmitarbeiter die vor wenigen Jahren ausgewilderte Orang-Utan-Dame «Lucky» auf seiner Monitoring-Tour. Mit diesen Beobachtungstouren stellen wir sicher, dass es den von uns wiederangesiedelten Tieren gut geht – dass sie gesund, agil und selbstständig überlebensfähig  sind.

Orang-Utans sind mehrheitlich Pflanzenfresser. Der grösste Bestandteil ihres Speiseplans sind Früchte, sie mögen aber auch Blätter oder junge Triebe. Eher selten machen sie sich an tierische Nahrungsmittel. Deshalb war der Forschungsmitarbeiter ein wenig erstaunt, als er «Lucky» dabei beobachten konnte, wie sie eine Schlange verspeisen wollte. Diese war jedoch schneller und biss das gefrässige Orang-Utan-Weibchen in die Oberlippe, welche prompt anschwoll. Das Problem dabei war: Bei der Schlange handelte es sich um eine giftige «Waglers Lanzenotter», deren Gift kann zum Beispiel Thrombosen oder Embolien hervorrufen. Mit Hilfe des Tierarztes wurde der wilde Orang-Utan in ein Gehege der Auswilderungsstation gebracht. Eine Infusion und eine engmaschige Überprüfung ihrer Vitalfunktionen stellten sicher, dass «Lucky» nicht unter einer ernsthaften Vergiftung litt.

Einige Tage später konnte die Glückliche das Gehege wieder verlassen und lebt seither wieder frei im Regenwald von Jantho. Solche Vorfälle zeigen, wie wichtig es ist, dass die wiederangesiedelten Tiere noch einige Zeit unter Beobachtung stehen, so haben wir die Chance bei Bedarf möglichst rasch einzugreifen.

> Auswilderung
> Eine Tour durch die Auswilderungsstation in Jantho