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DIE KLEINE RUNDENG Ein Stofftier als bester Freund – Rundeng schleift den weissen Bären überall mit hin, so gut wie es eben geht. Full view

DIE KLEINE RUNDENG

Sie wird als jüngster Orang-Utan, der je in unsere Auffang- und Pflegestation kam, in die Geschichte des Orang-Utan-Schutzprogramms eingehen. Fast sechs Monate nach ihrer Aufnahme zeigt sich: Die Kleine entwickelt sich super.

Kurz vor Jahreswechsel, am 30. Dezember 2019, wurde das Orang-Utan-Baby Rundeng gerettet. Bauern im Örtchen «Pasa Rundeng Village» im Norden der Insel Sumatra haben sie auf ihren Feldern gefunden, angeblich einsam und von der Mutter verlassen. Die Umweltbehörde der Provinz Aceh konfiszierte das Orang-Utan-Baby und brachte es in unsere Auffang- und Pflegestation. Die Kleine wurde nach ihrem Fundort benannt. Sie war zum Zeitpunkt ihrer Einlieferung erst eine Woche alt. Inzwischen sind einige Monate intensiver Pflege vergangen. In der Auffang- und Pflegestation ist eine Pflegerin rund um die Uhr für die Kleine da. Die Abhängigkeit Rundengs ist gross. Die Beziehung ist vergleichbar mit der einer menschlichen Mutter und ihrem Kind in der gleichen Entwicklungsphase. Die Pflegerin füttert sie, gibt ihr Sicherheit, Geborgenheit und Körperwärme. Dafür schlafen sie sogar im gleichen Raum innerhalb der Station. Weil Rundeng noch so jung ist,  spielt sie noch nicht draussen mit ihren Artgenossen. Bis jetzt verbringt sie ihre Tage im Innenraum. Sie ist noch nicht entwickelt und stark genug, um selbstständig zu sitzen. Ganz im Sinne ihrer Entwicklung lehnt sie den Körperkontakt zur Pflegerin zunehmend ab und versucht immer mehr, sich selbstständig fortzubewegen.

Gesundheitlich geht’s Rundeng sehr gut. Sowohl psychisch wie auch physisch macht sie bisher normale Fortschritte. Mindestens fünf Mal täglich erhält sie Milch als Nahrung. In nächster Zeit werden ihr die Pflegerinnen feste aber weiche oder pürierte Nahrung versuchen schmackhaft zu machen. Die Zähne des Unterkiefers beginnen nämlich langsam zu wachsen.

Aus Erfahrung mit anderen Orang-Utan-Babies haben wir gelernt, dass die Bereitstellung von Miniatur-Klettergerüsten auch in sehr jungem Alter äusserst nützlich sein kann. Sobald die Kleintiere können, beginnen sie nach den Ästen zu greifen. So stärken sie ihre Muskulatur. Das Klettergerüst steht also auch für Rundeng bereit und sie beginnt bereits vorsichtig, es zu nutzen.  Sicher ist, dass sie noch einige Jahre unsere Obhut benötigen wird, bis sie in die Freiheit entlassen werden kann. Ihre Wiederansiedlung erfolgt nach etwa vier Jahren, in denen sie bei uns alles lernt, was sie zum Überleben in der Freiheit braucht.

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