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ERSTMALIG IN DER GREIFVOGELSTATION BERG AM IRCHEL: EIN SPERLINGSKAUZ Grinsen im Gesicht: Auch Andi Lischke, Leiter der Greifvogelstation freut sich über den kleinen Patienten. Full view

ERSTMALIG IN DER GREIFVOGELSTATION BERG AM IRCHEL: EIN SPERLINGSKAUZ

Waldkäuze, Schleiereulen, Waldohreulen und ab und an ein Uhu. Die Behandlung von Eulen sind wir uns gewohnt. Doch was da in die Station gekommen ist, hat uns überrascht:Ein Sperlingskauz wurde eingeliefert.

«Eine Eule so gross wie ein Spatz», so wurde der Kauz an einem Dienstagmorgen telefonisch angekündigt. Vorsichtig begann man sich darauf einzustellen: Es dürfte wohl ein Sperlingskauz sein. Die Vermutung bestätigte sich ein wenig später. Beim rund 70g leichten und mit einem Flügelmass von knapp 110mm grossen Tier handelt es sich um ein Sperlingskauz-Weibchen. In der Greifvogelstation wurde seit ihrem Bestehen noch kein Sperlingskauz behandelt. Der kauzige Patient ist also eine kleine Sensation. Insbesondere deshalb, da er aus Madetswil kam – ein kleiner Ort in der Nähe von Fehraltdorf.

Nachweise von Sperlingskäuzen sind in der Schweiz vor allem im westlichen Jura und in höheren Lagen des Alpenbogens verzeichnet worden. Da die kleinste Eule Europas etwa in Frankreich auch im Tiefland gesichtet wurde, konnte ein Vorkommen im europäischen Tiefland nicht ganz ausgeschlossen werden, ist jedoch eine schöne Überraschung. Die Eulenart wird in der Schweiz als nicht vom Aussterben bedroht eingestuft. Man schätzt ihren Bestand auf etwa 800–2000 Paare. In der Regel leben sie in Nadelwäldern und bevorzugen dort Standorte mit genügend Totholz, damit sie in Baumhöhlen nisten können. Entgegen der Gewohnheiten der meisten hiesigen Eulen jagen Sperlingskäuze auch am Tag. Am liebsten fressen sie kleine Singvögel und Insekten, wie etwa Heuschrecken.

Wo liegt wohl der Grund wieso wir bisher keine Sperlingskäuze in Behandlung hatten? Das mag daran liegen, dass das Zürcher Weinland nicht das Hauptverbreitungsgebiet der hübschen Eulen ist. Zum anderen sind die kleinen Eulen ziemlich schwierig in ihrem natürlichen Lebensraum zu entdecken. Die meistbehandelte Eulenart in Greifvogelstation Berg am Irchel ist nach wie vor der Waldkauz.

Der Sperlingskauz konnte am 12. November erfolgreich wieder ausgewildert werden.

> Mehr Infos zum Sperlingskauz
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