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FLIEGENDE DIAMANTEN GESICHTET Der Eisvogel ist das Symboltier der Thurauen. Full view

FLIEGENDE DIAMANTEN GESICHTET

Unterwegs mit dem Experten Matthias Griesser konnten zwei Exkursionsgruppen in den Thurauen mehrere Eisvögel beobachten. Die Teilnehmenden erfuhren dabei viel Neues zu den scheuen Vögeln – zum Beispiel, dass sein Name etwas Falsches verspricht.  

Im April sind die Eisvögel sehr aktiv: Reviere werden abgesteckt, Bruthöhlen gegraben und mit der Brut begonnen. Dies nahmen wir zum Anlass, zwei Exkursionen mit Matthias Griesser, einem profunden Kenner der Eisvogelpopulation an der Zürcher Thur, zu organisieren. Und tatsächlich konnte er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die fliegenden Diamanten rufend, fliegend und sitzend zeigen.

Dass in den Thurauen wieder Eisvögel beobachtet werden können, ist vor allem der Renaturierung zu verdanken. Durch die wieder hergestellte Dynamik findet der schmucke Höhlenbrüter nun steile, sandige Ufer, in denen er seine Bruthöhlen anlegen kann. Dazu stösst der Eisvogel im Flug seinen Schnabel so lange gegen die Wand, bis er ein kleines Loch gebohrt hat. Sobald er genügend Platz zum Stehen geschaffen hat, verlängert er das Loch zu einem Tunnel. Dabei löst er das Material mit dem Schnabel und schiebt es mit den Füssen hinaus. Der Tunnel endet schliesslich in einem runden Brutkessel, in dem das Paar jeweils sechs bis acht Eier ausbrütet.

Sein Name lässt vermuten, er lebe im Eis. Das stimmt jedoch nicht. Den Namen «Eis(en)vogel» hat er von seinem glänzenden Gefieder; es erinnert an den bläulich metallenen Schimmer von auf 300 Grad erhitztem Stahl. Wie er zum farbenfrohen Gefieder kam, erklärt hingegen eine französische Sage. Darin wird berichtet, dass Noah dem Eisvogel den Auftrag gab, nach Festland Ausschau zu halten. Der Eisvogel machte sich auf die Suche, musste aber wegen eines heftigen Sturms so hoch fliegen, dass er über die Sonne kam. So nahm seine Unterseite die glutrote Farbe der Sonne an und die Oberseite färbte sich blau wie der Himmel.

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