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FORSCHUNG IM DIENSTE DER ORANG-UTANS James Askew während dem Aufnahme-Experiment in der Forschungsstation Sikundur. (Bild: John Abernethy) Full view

FORSCHUNG IM DIENSTE DER ORANG-UTANS

Die Forschungsarbeit unseres Orang-Utan-Schutzprogramms bildet die Grundlage für erfolgreiche Wiederansiedlungen von Orang-Utans und den Schutz ihres natürlichen Lebensraumes, des tropischen Regenwalds. Jedes Jahr unterstützen Studierende von Universitäten in Grossbritannien, Holland, den USA, der Schweiz und Indonesien unsere lokalen Forschungsteams auf Sumatra.

Eine unserer vier Forschungsstationen liegt in Sikundur, am Rande des bekannten Leuser Ökosystems. Orang-Utan-Forschung in diesem Gebiet ist besonders spannend, da es sich beim Regenwald von Sikundur um sogenannten „Sekundärwald“ handelt. Die Orang-Utans von Sikundur leben also in Regenwald, der schon einmal abgeholzt wurde und wieder nachgewachsen ist. Ein Szenario, das in Zukunft häufig vorkommen wird. Im letzten Jahr führten drei Studierende zusammen mit den lokalen Mitarbeitenden Untersuchungen zum Verhalten der Orang-Utan und der dortigen Biodiversität durch.

Orang-Utan-Lebensraum degradierter Regenwald
PhD-Student John Abernethy von der Liverpool John Moores University unternahm eine detaillierte Untersuchung der Orang-Utan-Nester. So konnte er die Dichte der Population berechnen und diese Daten mit der Strukturierung ihres Lebensraums vergleichen. Da in der Nähe der Forschungsstation im letzten Jahr ein Teil des Regenwalds abgeholzt wurde, zeigt diese Studie besonders spannende Resultate, wie sich Orang-Utans in degradierten Wald verhalten. John Aebernethys Ergebnisse sind insbesondere wichtig für die zukünftige Strategie rund um den Schutz der Orang-Utans: Denn ein Grossteil der Tiefland-Region, wo die Orang-Utans leben, ist bereits komplett abgeholzt oder degradiert.

Orang-Utan-Nahrungspflanze Liane
Eine weitere Studie wurde von Soepriadi Amry von der Medan Area University durchgeführt. Er studierte die Nutzung der Lianen-Pflanzen durch Orang-Utans. Rund 15% ihres Futters und 26% aller Früchte, die die Orang-Utans in Sikundur zu sich nehmen, kommen von Lianen-Arten. Dies macht diese Kletterpflanzen zu einer besonders wichtigen Art für das Überleben der Orang-Utans.

Orang-Utan-Verhalten «Long calls»
James Askew von der University of Southern California studierte das Sozialverhalten der örtlichen Orang-Utan-Population. Insbesondere untersuchte er die sogenannten «long calls» der Männchen, zum Anlocken der Weibchen. Dafür nutzte James Askew Aufnahmen dieser ausgedehnten Rufe und evaluierte darauf die Reaktionen der beobachteten Orang-Utans. Zum jetzigen Zeitpunkt ist James Askew auf Kalimantan und sammelt vergleichbare Daten von einer Population Borneo-Orang-Utans.
> Wissenschafts-Blog von James Askew im Scientific American (en)

Lesen Sie den spannenden Jahresbericht der Forschungsstation Sikundur
> Jahresbericht Sikundur (en)