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MASSNAHMEN FÜR DAS ÜBERLEBEN DER TAPANULI-ORANG-UTAN Seit Anfang Dezember offiziell der bedrohteste Grosse Menschenaffe der Welt: Der Tapanuli-Orang-Utan Full view

MASSNAHMEN FÜR DAS ÜBERLEBEN DER TAPANULI-ORANG-UTAN

Vor einem Monat wurde bekannt: Es gibt nicht nur zwei, sondern drei verschiedene Orang-Utan-Arten. Kaum als eigene Art beschrieben, erlangt der Tapanuli-Orang-Utan auch schon traurige Berühmtheit. Er ist der bedrohteste Grosse Menschenaffe der Welt. Heute gab die Weltnaturschutzunion IUCN bekannt, dass sie den Tapanuli-Orang-Utan in die «Rote Liste gefährdeter Arten» aufgenommen hat – in die höchst mögliche Gefährdungsstufe. Doch was kann konkret für den Schutz getan werden?

PanEco setzt sich mit ihrem Orang-Utan-Schutzprogramm als einzige Naturschutzorganisation seit 2005 konstant für den Schutz des Tapanuli-Orang-Utans und seinen Lebensraum ein. 2014 durften wir nach knapp 10-jähriger Lobbyarbeit einen grossen Erfolg feiern: 90% des Lebensraums des Tapanuli-Orang-Utans wurde als «Schutzwald» erklärt. Trotzdem ist mehr denn je zu tun!

Seit diesem Sommer haben wir unsere Aktivitäten zum Schutz des Tapanuli-Orang-Utans in Batang Toru intensiviert, denn die Zeit drängt. Konkret setzen wir in den kommenden 12 Monaten folgenden Fokus:

  1. Verhinderung des Wasserkraftwerks an geplanter Stelle:
    Ausgerechnet im wertvollsten Teil des Batang-Toru-Regenwalds plant die chinesische Firma Zhejiang Fu Holding den Bau eines Wasserkraftwerks (siehe oranges Quadrat in der Karte). Der dortige Wald steht noch nicht unter Schutz, obwohl er die höchste Dichte an Orang-Utans und anderen bedrohten Tier- und Pflanzenarten aufweist. Wird der Bau an geplanter Stelle nicht verhindert, bedeutet dies eine weitere Zerstückelung der dortigen Orang-Utan-Population und den sicheren Tod für viele Tiere in der unmittelbaren Umgebung. Wir betreiben intensiv Lobbyarbeit und prüfen aktuell alle rechtlichen Möglichkeiten, um das Vorhaben so schnell als möglich zu stoppen.
  2. Erstellung von Wildtierkorridoren:
    Bei einer so geringen Bestandzahl, wie der Tapanuli-Orang-Utan aufweist, ist es dringend nötig, die verbliebenen 800 Tiere miteinander zu verbinden. Wildtier-Korridore würden den Austausch der Tiere unter, im Moment getrennten, Populationen ermöglichen. Wir sind aktuell daran, konkrete Umsetzungsvorschläge auszuarbeiten und mit allen involvierten Gruppen zu besprechen (siehe rote Bereiche in der Karte).
  3. Weiterführung der Sensibilisierungs-Kampagne:
    In Zusammenarbeit mit der Lokalregierung haben wir in den vergangenen Jahren in allen Dörfer entlang der Waldgrenze Informationsanlässe durchgeführt. Die lokale Bevölkerung – mehrheitlich kürzlich eingewanderte Menschen der Insel Nias – wurden für den Schutzstatus des Waldes, die geschützten Arten und für die Wichtigkeit des Ökosystems sensibilisiert. Wir führen diese Kampagne fort und arbeiten zudem verstärkt mit lokalen Schulen zusammen, um bereits die Kinder z.B. auf das Verbot des Wilderns aufmerksam zu machen.
  4. Beratung der neuen staatlichen «Forest Management Units»:
    Seit vergangenem März setzt der Indonesische Staat provinzübergreifende «Forest Management Units» in Batang Toru ein. Ziel der staatlichen Teams ist es, für die Einhaltung der Schutzwald-Gesetze zu sorgen. Diese Teams sind in dieser Form das erste Mal im Einsatz in Indonesien. Das Orang-Utan-Schutzprogramm berät sie basierend auf unseren Erfahrungen in der Rechtsdurchsetzung, in der Sensibilisierungsarbeit und auf Grund unserer langjährigen Forschung im Gebiet. Ausserdem unterstützt ein GIS-Spezialist unseres Schutzprogramms die Management Units im Bereich der Kartographie und Grenzsetzung.

 

> Video: Die Entdeckung des Tapanuli-Orang-Utan und deren Gefährdung
> IUCN-Artikel zur Aufnahme des Tapanuli-Orang-Utan in die «Rote Liste» (EN)