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WIE UNEINIGKEIT DEN NATURSCHUTZ UNTERGRÄBT – EINE STUDIE Der Mensch dringt immer weiter in geschützte Gebiete vor – dabei hinterlässt er Spuren (Bild: Andrew Walmsley) Full view

WIE UNEINIGKEIT DEN NATURSCHUTZ UNTERGRÄBT – EINE STUDIE

Das Leuser-Ökosystem im Norden Sumatras ist eine global bedeutende Hochburg der Biodiversität. Nirgendwo anders auf der Welt kreuzen sich die Wege von Elefanten, Orang-Utans, Tigern und Nashörnern. Zu Recht wurde es zum Weltnaturerbe ernannt. Eine neue Studie unseres Forschungsleiters Matt Nowak zeigt auf: Uneinigkeit regionaler und nationaler Regierungen, sowie Untätigkeit nationaler Justizapparate ermöglichen schädigende Infrastrukturprojekte in diesen hochsensiblen Gebieten.

Matt Nowak und Co-Autoren haben in der kürzlich veröffentlichten Studie acht Gebiete im Leuser-Ökosystem identifiziert, die für den Naturschutz essentiell sind. In diesen hochsensiblen Gebieten richtete der Bau von Strassen bereits grossen Schaden an. Doch weitere Strassen, sieben Wasserkraft- und vier Geothermiekraftwerke, sowie Stromleitungen sind geplant oder durchschneiden schon heute unzählige Regenwaldkorridore.  Solche Korridore ermöglichen den Tieren sich im ganzen Ökosystem zu bewegen und auszutauschen. Doch wie kommt es überhaupt zu solchen Projekten, die nach nationaler Gesetzgebung eigentlich gar nicht möglich sein sollten?

Das Leuser-Ökosystem wurde auf nationaler Ebene in sogenannte Naturschutz-, Schutz-, Produktions- und Umwandlungswälder unterteilt. Naturschutz- und Schutzwälder wären somit nach indonesischem Gesetz gegen Holzschlag und Produktionswälder gegen Rodung geschützt. Die Einteilung der Regenwälder wird jedoch auf verschiedenen politischen Ebenen unterschiedlich verstanden und dadurch auch unterschiedlich durchgesetzt. Ausserdem sieht die Regierung Indonesiens das Leuser-Ökosystem als «National Strategic Area» an. Mit diesem Status soll der Schutz dieses Gebiets gewährleistet werden. Er sollte eigentlich Infrastrukturprojekte verhindern – doch die Provinzregierung von Aceh, in der das Leuser-Ökosystem liegt, bewilligt laufend neue Projekte.

Das Leuser-Ökosystem ist ein Musterbeispiel dafür, wie inkonsistentes Management von Regenwäldern auf nationaler und regionaler Ebene Naturschutzbemühungen untergraben können. Mit der Publikation dieser Studie hoffen wir, zusammen mit unserem Forschungsleiter Matt Nowak, ein Signal in die richtige Richtung zu senden und naturwissenschaftliche Aufmerksamkeit auf diese Problematik zu lenken.

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