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ZU DÜNN, UM ZU ÜBERLEBEN Ausgemergelt und ausgezehrt – «Rose» sind die Strapazen ihres Lebens deutlich anzusehen. Full view

ZU DÜNN, UM ZU ÜBERLEBEN

Das Normalgewicht eines ausgewachsenen Orang-Utan-Weibchens beträgt 30–50 Kilogramm. «Rose» liegt mit ihren 17 Kilogramm deutlich darunter. Doch sie hatte Glück – sie kann sich in unserer Auffang- und Pflegestation des Sumatra-Orang-Utan-Schutzprogramms, SOCP, erholen.

Anfangs März wurde «Rose», auf der Suche nach etwas Essbarem, vom Grundstück eines Kleinbauers in Sumatra evakuiert und in ein geschütztes Waldstück gebracht. Die dortige Parkaufsicht bemerkte jedoch schnell, dass ihr gesundheitlicher Zustand zu wünschen übrig liess und brachte sie deshalb zu uns in die Auffang- und Pflegestation.

Dort päppeln und ziehen wir seit 17 Jahren aus ihrem Lebensraum vertriebene oder gefangen gehaltene Orang-Utans auf und bereiten sie auf ihr späteres Leben in Freiheit vor. «Rose» ist eine von drei Orang-Utans, welche im März dieses Jahres in die Station gekommen sind. Die Tatsache, dass gleich zwei der Orang-Utans aus Feldern gerettet worden sind, setzt ein Ausrufezeichen hinter folgende Aussage: «Der Lebensraum der Orang-Utans in Sumatra wird knapp»!

Über die Gesundheit von «Rose» gibt es noch mehr zu berichten: Beim routinemässigen Gesundheitscheck bei ihrem Eintritt fanden unsere Tierärzte nebst einem gebrochenen Finger, fünf Kugeln in ihrem Körper: In Bein, Bauch und Gesicht. Kleinbauern, die sich um ihre Ernte fürchten und sich leider nicht anders zu helfen wissen, setzen oft Luftgewehre ein – ob das wirklich nur dem Verjagen der Essensdiebe, wie dem Orang-Utan, dient, sei dahingestellt. «Rose» wird nun einige Wochen bis Monate bei uns bleiben. Da sie als wilder Orang-Utan zu uns gekommen ist, weiss sie bereits, wie man in der Freiheit des Regenwalds zurecht kommt. Deshalb geht es bei ihr primär darum, an Gewicht zu gewinnen und den Finger ausheilen zu lassen. Wir sind zuversichtlich, «Rose» so bald wie möglich wieder am Rand des Leuser-Ökosystems, in «Jantho», in einer unserer Auswilderungsstationen, in die Freiheit entlassen zu können.

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