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Auffang- und Pflegestation

Nach der Konfiszierung der Orang-Utans aus illegaler Gefangenschaft ist die Auffang- und Pflegestation des Orang-Utan-Schutzprogramms die erste Station auf dem Weg in die Freiheit. Dort werden die Orang-Utans physisch und psychisch untersucht und bei Bedarf medizinisch behandelt. Das Gelände der Station liegt im Trinkwasserquellschutzgebiet der Stadt Medan und grenzt an ein Naturschutzgebiet. Aus den umliegenden Pflanzgärten liefern die lokalen Bauern eine breite Palette an Früchten und Gemüsen als Futter für die Orang-Utans.

Medizinische Betreuung

Bei der Ankunft in der Auffang- und Pflegestation wird jeder Orang-Utan für die Dauer der medizinischen Untersuchung und Behandlung in einem separaten Gehege isoliert. Während einer kurzen Eingewöhnungszeit werden sie bezüglich auffälliger physischer oder psychischer Probleme beobachtet. Nach einer Woche werden die Tiere narkotisiert, vermessen und eingehend medizinisch untersucht. So kann sichergestellt werden, dass später nur gesunde Orang-Utans in die Freiheit entlassen werden. Eine Krankheitsübertragung mit aus menschlichen Kontakten stammenden Erregern könnte zum Auslöschen einer gesamten Wildpopulation führen. Deshalb halten die Mitarbeitenden der Auffang- und Pflegestation strikte Hygienevorschriften und Vorsichtsmassnahmen ein.

Säuglinge und Jungtiere werden in einem speziellen «Baby House» der Quarantäne grossgezogen und rund um die Uhr betreut. Im Alter von drei bis fünf Jahren sind sie bereit für die Auswilderung.

Sozialisierung

Sobald die Orang-Utans die etwa dreiwöchige Quarantäne durchlaufen haben und als gesund gelten, werden sie mit anderen Tieren zusammengebracht. Für manche von ihnen ist dies der erste Kontakt mit Artgenossen seit vielen Jahren. Im sogenannten Sozialisierungskäfig beginnt der Prozess des gegenseitigen Kennenlernens. Tiere, von denen auf Grund ihrer Grösse und ihres Charakters angenommen wird, dass sie gut miteinander auskommen, werden einzeln in benachbarte Gehege gebracht. Durch das Gitter können sie ohne Verletzungsrisiko miteinander kommunizieren. Ihr Verhalten wird genau beobachtet, bevor entschieden wird, ob sie zusammengeführt werden. Einzeln oder paarweise wird dann schrittweise eine sozialverträgliche Gruppe aufgebaut. Das Zusammenleben mit Artgenossen hilft, grundlegende Überlebensstrategien für das spätere Leben im Regenwald zu erlernen.