Die Farbe Weiss in den Thurauen

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Weiss ist in den Thurauen mehr als nur eine auffällige Farbe, es erfüllt unterschiedliche Funktionen. Wer mit wachem Blick unterwegs ist, entdeckt so spannende Strategien des Überlebens. Achten Sie sich bei Ihrem nächsten Spaziergang darauf!

Die Farbe Weiss in den Thurauen

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Weiss ist in den Thurauen mehr als nur eine auffällige Farbe, es erfüllt unterschiedliche Funktionen. Wer mit wachem Blick unterwegs ist, entdeckt so spannende Strategien des Überlebens. Achten Sie sich bei Ihrem nächsten Spaziergang darauf!

Das auffälligste Weiss in der Natur ist der Schnee. In den letzten Wintern lag in den Thurauen jeweils nur an wenigen Tagen Schnee. Schon eine dünne Schneedecke verändert jedoch die Landschaft. Sie dämpft Geräusche, sorgt für Ruhe und macht die Spuren der tierischen Bewohner besonders gut sichtbar. Doch ist das für Tiere und Pflanzen nicht gefährlich? Oder kann Weiss sogar ein Vorteil sein?

Hermelin im Wintermantel

Das Hermelin ist im Sommer rotbraun gefärbt. Im Winter trägt es ein fast vollständig weisses Fell, nur die Schwanzspitze bleibt schwarz. Die Tarnung ist für das Raubtier entscheidend, um erfolgreich jagen zu können. Der Fellwechsel im Herbst wird durch die Tageslänge und genetische Faktoren gesteuert. Nicht alle Hermeline wechseln ihre Farbe. In schneearmen Regionen bleibt das Winterfell oft braun. In den Thurauen kommen aber trotz der wenigen Schneetage weisse Hermeline vor.

Das Hermelin wirkt mit seinem weissen Winterfell im grünen Gras etwas fehl am Platz.

Das Hermelin zeigt deutlich, wie verletzlich Tiere gegenüber raschen Klimaveränderungen sein können. Über sehr lange Zeiträume passen sich Arten genetisch an ihre Umwelt an. Ob ein Fellwechsel im Winter von Vorteil ist, hängt stark von der Schneemenge ab. Verändert sich das Klima jedoch schneller, als sich diese genetischen Anpassungen vollziehen können, entsteht für sie ein Problem: In schneefreien Wintern sind weisse Hermeline schlechter getarnt, jagen weniger erfolgreich und geraten langfristig unter Druck. In bestimmten Gebieten kann dies das Überleben der Art gefährden.

Reiher zu Besuch

Die weissen Reiher sind in den Thurauen schon von weitem zu erkennen. Silberreiher sind im Herbst und Winter häufig anzutreffen. Ihre helle Färbung dient der Tarnung: Aus Sicht ihrer Beute im Wasser heben sie sich kaum vom hellen Himmel ab.

Reiher stehen oft auf einem Bein, um den Kälteverlust zu reduzieren und Energie zu sparen.

Die etwas dunkleren Seidenreiher verfolgen die gleiche Tarnstrategie. Sie sind in den Thurauen seltener zu beobachten als die etwas grösseren Silberreiher. Vor allem während der Zugzeiten von April bis Mai sowie von August bis September sind sie zu Gast.

Im Prachtkleid während der Paarungszeit fällt der Seidenreiher durch seine Schmuckfedern am Kopf besonders auf.

Weiss ausserhalb des Winters

Die Farbe Weiss spielt nicht nur im Winter eine Rolle. Frühblüher wie Schneeglöckchen oder Buschwindröschen setzen auf helle Blüten, um sich von ihrer mehrheitlich dunklen Umgebung abzuheben und so früh Bestäuber anzulocken.

Schon im Februar wagen sich die ersten Schneeglöckchen ans Tageslicht.

Auch viele Schmetterlinge tragen die Farbe weiss. Die Weisslinge sind sogar nach ihrer Färbung benannt. Diese sorgt dafür, dass sie auf hellen Hintergründen, etwa vor dem Himmel, gut getarnt sind. Ausserdem hilft es ihnen, ihre Temperatur zu regulieren.

Die Weisslinge sind auf hellen Blütenpflanzen für ihre Fressfeinde kaum zu sehen.

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