98 % gleiche Gene, 100 % identische Operation

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Manchmal ist eine Operation unumgänglich, wenn eine Verletzung eines Orang-Utans in unserer Auffang- und Pflegestation vorliegt oder nicht heilt. Seit 2003 können wir bei komplizierten Fällen auf den Schweizer orthopädischen Chirurgen Dr. Andreas Messikommer zählen.

98 % gleiche Gene, 100 % identische Operation

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Manchmal ist eine Operation unumgänglich, wenn eine Verletzung eines Orang-Utans in unserer Auffang- und Pflegestation vorliegt oder nicht heilt. Seit 2003 können wir bei komplizierten Fällen auf den Schweizer orthopädischen Chirurgen Dr. Andreas Messikommer zählen.

Erinnern Sie sich noch an den Tsunami, der zum Jahreswechsel 2003 unsägliches Leid und unvorstellbare Zerstörung in Südostasien angerichtet hat? Der Schweizer Chirurg Andreas Messikommer stand kurze Zeit später in Medan auf Sumatra, mitten im Geschehen, und operierte so viele Verletzte wie er konnte. Am Ende seines vierwöchigen Einsatzes, kurz vor seiner Abreise, fragte ihn unser Orang-Utan-Experte Ian Singleton, ob er vielleicht auch einen jungen Orang-Utan operieren könnte, der an einer Hodenhernia litt. Andreas konnte dem jungen Orang-Utan helfen. Das war der Anfang dieser ungewöhnlichen Zusammenarbeit, die bis heute andauert.

«Wir Menschen tragen zu 98 % dasselbe genetische Material wie die Orang-Utans . Ebenso ähnlich sind auch Gefühle wie Freude, Trauer und Leid beim Verlust der Mutter oder des Kindes – Orang-Utans haben dieselbe Behandlung verdient.»

Dr. Andreas Messikommer, Orang-Utan-Chirurg

Ein Anfruf genügt

«Meist erhalte ich einen spontanen Anruf von der leitenden Tierärztin Yenni aus der SOCP-Auffang- und Pflegestation in Sibolangit. Ich versuche, mir anhand der zugestellten Röntgenaufnahmen und Beschreibung ein Bild über die Verletzung zu machen und gemeinsam überlegen wir, wie wir dem Tier helfen können», sagt Andreas. Manchmal genügt es, wenn ein gebrochener Arm oder ein Bein gegipst wird, oder die Projektile entfernt werden, die unter der Haut eines angeschossenen Tieres entfernt werden, damit sich keine Infektionen bilden. Das Gute daran: der Heilungsprozess bei Wildtieren geht schnell voran.

Auch unser Patentier Brenda wurde einst von Andreas Messikommer und den SOCP-Tierärztinnen wegen eines komplizierten Armbruchs operiert.

Selbes Recht auf Hilfe wie wir

Ist eine komplizierte Operation nötig, steht Andreas Messikommer ohne zu zögern am Operationstisch vor Ort. Bei seiner Ankunft hat das SOCP-Team in der Klinik der Auffang- und Pflegestation alles für den operativen Eingriff vorbereitet: Genau wie in der Humanchirurgie werden der Operationsort und die mitgebrachten Schrauben, Platten und Fixateure von den anwesenden Helfenden drei Mal desinfiziert, das Tier wird an der verletzten Stelle rasiert und sein Körper hochsteril abgedeckt. «Mir ist wichtig, dass alle anwesenden das Gefühl haben, dass wir das gemeinsam schaffen», betont Andreas, «es braucht alle – das Veterinärteam, die Pfleger:innen des Tieres, ein Fotograf und auch zwei Beamte sind mit dabei, um die Operation zu überwachen.»

Nach der Operation herrscht gute Stimmung: gemeinsam hat das Team mit Andreas Messikommer eine weitere Operation erfolgreich durchgeführt.

Kleine Unterschiede machen es tricky

Wurden Sie schon einmal operiert? Dann wissen Sie, dass danach viel Ruhe und Stillhalten angesagt ist. Nicht so bei den Orang-Utans! Das operierte Tier wacht nach etwa 30 Minuten auf und will sofort klettern. Krücken, Rollstuhl und Bettlagerung fallen weg. «Jede Reparatur an einem Knochen wird deshalb dreifach mit Metallstiften und zwei Platten abgesichert. Sonst besteht die Gefahr, dass die Reparatur nicht hält», erklärt Andreas, «Bei ausgewachsenen Tieren ist es auch nicht so einfach, einen Gips oder einen Verband anzulegen. Es kann sein, dass sie ihn nach kurzer Zeit abreissen. Dann müssen andere Lösungen gefunden werden.»

Bolo kurz nach der erfolgreichen sechsstündigen Operation.

Auf die Frage, welches bisher die schwierigste operative Herausforderung war, erzählt Andreas von seiner zweiten Operation überhaupt, an einem Orang-Utan-Weibchen mit dem Namen Bolo: «Das Tier war zum Zeitpunkt der Operation 6 oder 7 Jahre alt. Sie hatte eine komplizierte Ellbogenfraktur, die wir in einer 6-stündigen Operation ohne Bluttransfusion geflickt haben. Es hat sich gelohnt: Bolo konnte etwas später in Jantho ausgewildert werden und hat dort bereits zwei Junge bekommen. Wir konnten echt etwas bewirken! Das hat mich darin bestätigt, dass jeder Einsatz, jede Geste, jeder Zeitaufwand in tiefem Respekt für diese bedrohte Spezies steht. Leider sind viele weitere Tierarten mit betroffen. Nur gemeinsam kommen wir weiter.»

Familiäres Engagement: Skipper Etienne Messikommer am Golden Globe Race mit PanEco

Vater und Sohn setzen sich für die Orang-Utans ein: Etienne und Andreas Messikommer an Bord des Segelschiffes, mit dem Etienne am Golden Globe Race 2026 teilnimmt.

Der Sohn von Andreas Messikommer, der 39-jährige Skipper Etienne Messikommer, nimmt am legendären Segelbootrennen «Golden Globe Race 2026» teil. Er ist PanEco-Botschafter für den Schutz der stark bedrohten Orang-Utans und ihr Lebensraum, der Regenwald von Sumatra. Etienne – Graphic Designer, Weltenbummler und Abenteurer – kennt PanEco seit seiner Jugend. Weil sein Vater stets seine Freude und Leidenschaft für die bedrohten Orang-Utans mit seiner Familie teilte, will Etienne auf seine Art etwas Sinnvolles für die Gesellschaft tun. Als Teilnehmer des Golden Globe Race nutzt er die globale Aufmerksamkeit, für die Bedrohungen der Orang-Utans zu sensibilisieren. Kommen Sie mit an Bord der Community, die Etienne und PanEco unterstützt. Jede Seemeile zählt!

Meine Spende für Umweltbildung, Artenschutz und bedrohte Lebensräume
Freibetrag CHF
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