Wie die Störche zurück nach Berg kamen

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Störche suchen sich dort ein Nest, wo sich schon ihre Artgenossen niedergelassen haben. Das macht eine Wiederansiedlung nicht so einfach. Ein Trick hat in Berg am Irchel gewirkt: Seit 2020 brütet jedes Jahr ein Weissstorch-Paar hinter der Greifvogelstation.

Wie die Störche zurück nach Berg kamen

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Störche suchen sich dort ein Nest, wo sich schon ihre Artgenossen niedergelassen haben. Das macht eine Wiederansiedlung nicht so einfach. Ein Trick hat in Berg am Irchel gewirkt: Seit 2020 brütet jedes Jahr ein Weissstorch-Paar hinter der Greifvogelstation.

Der Trick ist kein Geheimnis und liegt sehr nahe: Weil Störche sich dort niederlassen, wo ihre Artgenossen bereits nisten, wurden in unserem Wiederansiedlungsprojekt zuerst Storchattrappen aufgestellt, die den echten Störchen zum Verwechseln ähnlich sehen. Natürlich muss auch ein geeigneter Nistplatz zur Verfügung stehen. In Berg ist das der Fall: Hinter der Greifvogelstation stehen seit 2018 zwei Masten bereit.

Es war von Anfang an ein persönliches Projekt von Andi Lischke, Programmleiter der Greifvogelstation, den Storch zurück ins Flaachtal zu holen. Schon 2019 kam ein Weisstorch-Paar, um auf der Plattform ein Nest zu bauen. Im Folgejahr kehrten sie zurück und zogen gleich fünf Küken auf. Die Wiederansiedlung war geglückt! Aber würden sie in den Folgejahren zurückkehren?

Es ist nicht sicher, ob ein Storchenpaar tatsächlich jedes Jahr an den Nistplatz vom Vorjahr zurückkehrt. In Berg ist es geglückt!


Tatsächlich bleibt das Männchen seither jedes Jahr auch im Winter in Berg – ob er genetisch bedingt keinen Zugtrieb hat, oder wegen der milderen Winter bleibt, ist unbekannt. Das Weibchen kehrt jeweils im Februar zurück, sie richten gemeinsam das Nest her, brüten und ziehen ihre Jungen auf. Mit 8 Wochen werden sie beringt und fliegen Mitte August in Richtung Süden. Viel zu tun gibt es für uns Menschen dabei eigentlich nicht. Wir würden nur helfen, wenn eines der Jungen aus dem Nest geschupst wird und den Sturz überlebt. Dann würden wir es entweder zurück ins Nest setzen oder medizinisch versorgen.

Ein besonderer Patient 2026

Eine Herausforderung stellte sich dem Team der Greifvogelstation diesen Sommer, als ihnen vom Tierspital ein Storch mit einer Sehnenverkürzung am linken Bein übergeben wurde mit der Anweisung, das Bein zu schonen, und mit Hilfe von Physiotherapie die Sehne allmählich zu strecken. Das Team dachte sich eine Hängematte aus, in der der junge Storch täglich sein Bein für eine Weile belasten konnte. Nachdem er sich an die Trainingsmethode gewöhnt hatte, ging es ihm bald besser und er konnte auf die Hühnerwiese vom Bungerthof übergesiedelt werden, wo er momentan noch in bestem Einvernehmen mit Hühnern, Truthähnen und Gänsen auf der Wiese herumstakst, bis er ausfliegt.

Der junge Storch verbrachte täglich eine Weile in einer Hängematte, um die Belastung auf das linke Bein allmählich steigern zu können. Die Sehnenverkürzung ist gut sichtbar, hat sich aber dank der sorgfältigen Therapie sehr gut entwickelt.
Fakten über unser Weissstorch-Paar

Herkunft? Das Weibchen wurde in Feldkirch/AU beringt, das Männchen ist unberingt, seine Herkunft ist unbekannt.
Wie viele Storchenjunge sind auf dem Nest in Berg aufgewachsen? 19 Junge seit 2020.
Wie gross werden Störche? Bis zu 1 Meter gross und bis zu 4 Kg schwer.
Wie alt werden Störche? Durchschnittlich 8 – 10 Jahre, das Höchstalter liegt über 30 Jahre.
Wohin ziehen sie? Südeuropa bis Südafrika
Nahrung: Am liebsten fressen sie Frösche, Mäuse, Fische, Insekten und Regenwürmer.

Meine Spende für Umweltbildung, Artenschutz und bedrohte Lebensräume
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