Im Einsatz für den Wald der Zukunft

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Mit dem Team des Forstbetriebs Staatswald Wyland unterwegs auf dem blau-grünen Korridor von Husemersee bis zur Thurmündung in den Rhein.

Im Einsatz für den Wald der Zukunft

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Mit dem Team des Forstbetriebs Staatswald Wyland unterwegs auf dem blau-grünen Korridor von Husemersee bis zur Thurmündung in den Rhein.

Nach einem schnellen Kaffee startet das Forstteam mit einer Sporteinheit in den Arbeitstag – ein festes Ritual im Team Staatswald Wyland. Seit Anfang 2024 bilden die ehemaligen Reviere Thurauen und Niderholz gemeinsam den Staatswald Wyland. Unter der Leitung von Köbi Schwarz und seiner Stellvertreterin Pia Wendrich vereint das Team Ressourcen, Werkhof und Fachwissen. So bewirtschaften sie effizient ihr rund 1300 Hektar grosses, vielfältiges Gebiet zwischen Rhein und Thur.

v.l.n.r., Jonatan Birrer (Lernender), Maik Binder (Forstwart), Jessica (Forstwartin-Maschinistin), Nick Gehrig (Forstwart), Pia Wendrich (stv. Betriebsleiterin), Köbi Schwarz (Betriebsleiter). Es fehlt: Sarah Bosshard (Verwaltungssekretärin).

Ein Arbeitstag des Forstteams

Pia Wendrich nimmt uns mit auf eine Tagestour vom Norden des Gebiets bis in den Süden: Am Husemersee, wo am obersten Punkt dieses ökologischen Korridors der Seebach entspringt, beginnen am Morgen die Forstwarte mit ihrer Arbeit. Wo sie im Winter noch Holz im Waldgebiet Schneitenberg geerntet haben, um mehr Platz im Kronenraum zu schaffen, wird dieselbe Fläche in den Sommermonaten nochmals gepflegt. Bei dieser sogenannten Jugendpflege wird der Fokus ganz auf die Jungbäume gelegt: Das Team begünstigt die schönsten von ihnen, um so den Grundstein für die Zukunft des Waldes zu legen.

Bei der Holzernte wird der wertvolle Rohstoff Holz bereitgestellt, aber auch der Wald gepflegt, da Platz für die übrigen Bäume geschaffen wird.

Dem Seebach folgend führt der Weg südwärts ins Luterholz. Dieser Abschnitt wird, wie das gesamte Forstrevier, nach dem Prinzip des Dauerwaldes bewirtschaftet. Nach dem Grundsatz «Was nicht schadet, das nützt» steht hier die langfristige Wertholzproduktion im Fokus – mit dem Ziel, Wirtschaftlichkeit und Ökologie dauerhaft im Einklang zu halten. Eine Besonderheit sind die Eichenförderflächen, welche sich im nördlichen Revierteil befinden. Da die Eiche viel Licht und Platz zum Wachsen benötigt, schafft der Forstbetrieb gezielt Freiräume im Kronendach. Der erhöhte Lichteinfall fördert die wertvollen Bäume und steigert gleichzeitig die Biodiversität. Auf dem helleren Waldboden, im Totholz und an den sonnenexponierten Rinden finden spezialisierte Insekten, Pflanzen und der seltene Mittelspecht ideale Bedingungen.

Die Eichen brauchen viel Licht und Platz zum Wachsen. Obwohl die Zielbaumart die Eiche ist, zeichnet den Wald eine hohe Baumartenvielfalt aus.

Folgt man dem Gewässer, das hier zum Mederbach wird, gelangt man zum Bibersee. Seit 2009 entstand hier ein Biberreservat, nachdem diese Tiere den Wald grossflächig unter Wasser setzten. Ein Vertrag aus dem Jahr 2012 regelt das Miteinander: In einer Kernzone wird der Wald für 50 Jahre vollständig der Eigendynamik überlassen, während der Forstbetrieb in der Pufferzone die Verkehrswege sichert.

Durch den Biber gestaltetes Reservat «Fosenacker» auf Gemeindegebiet Marthalen.

Bevor der Bach die offene Flusslandschaft erreicht, geht der Wald im südlichen Niderholz in lichte Eichenbestände über. Ihre Struktur ähnelt bereits den lichten Waldformen der nahegelegenen Auenlandschaft. Das Gebiet übernimmt hier eine entscheidende Funktion als Rückzugs- und Vernetzungsraum. Am Nachmittag beginnen dort die Forstwarte mit der Mahd dieser lichten Wälder. Mit einem Balkenmäher werden Teilabschnitte zu bestimmten Schnittzeitpunkten gemäht und das Schnittgut anschliessend abgeführt, um eine nährstoffarme Bodenvegetation zu etablieren.

Die lichten Wälder im Niderholz und in den Thurauen werden mehrmals im Jahr gemäht, um eine nährstoffarme Bodenvegetation zu etablieren.

Schliesslich passiert der Mederbach den «Kleinen Rheinfall», wie der kleine Wasserfall regional genannt wird, fliesst anschliessend mäandrierend durch die Thurauen und mündet nach rund 800 Metern in die Thur. Nun beginnt das unter einer kantonalen Schutzverordnung stehende Auwaldgebiet der Thurauen. Es ist geprägt von lückigen Föhren-, Buchen- und Ahornbeständen sowie einigen Auwaldbaumarten wie Weiden, Pappeln und den wenigen verbleibenden Eschen. Besonders charakteristisch sind die durch die Flussdynamik entstandenen Kiesbänke. Auch hier wird Waldwirtschaft betrieben, allerdings sind viele Flächen als Sonderbiotope ausgewiesen, auf denen ganz im Sinne des Naturschutzes gepflegt wird. Beispiele hierfür sind die lichten Föhrenwälder und die Teichlebensräume in den Altläufen der Thur. In dieser renaturierten Landschaft findet beispielsweise die gefährdete Gelbbauchunke in temporären Kleingewässern ideale Laichplätze.

Die gefährdete Gelbbauchunke findet ideale Laichplätze in den Tümpeln der Thurauen.

Flussabwärts, dort wo die Thur schliesslich in den Rhein mündet, bildet das Naturzentrum Thurauen den Abschluss der Route. Als Informationsplattform und Stützpunkt des Rangerdienstes bündelt es die Aktivitäten der Region. Die Förster stehen im regen Austausch mit dem Rangerdienst und dem Team des Naturzentrums, um das gemeinsame Gebiet bestmöglich zu managen.

Dieser kurze Einblick in den Arbeitsalltag des Forstteams vom Staatswald Wyland vermittelt die ökologischen Zusammenhänge der Region und zeigt, wie sich der Bogen von den zusammenhängenden Eichenwäldern des Niderholzes bis zur aufkommenden Wildnis der Flussauen spannt. Die Tour macht deutlich: In der Natur sind Grenzen fliessend. Moderne Waldwirtschaft und vorausschauender Naturschutz schliessen sich nicht aus, sondern finden heute auf derselben Fläche harmonisch ihren Platz.


Text: Natalie Russ & Pia Wendrich, Bilder: Team Staatswald Wyland

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