Der Jantho-Ranger Wen Rizky Rianda wurde im Februar 2004 im Dorf Jantho geboren und lebt mit seiner Schwester Nadratul bei seinen Eltern. Nach der obligatorischen Schulzeit absolvierte er eine Berufsschule und liess sich zum Schweisser ausbilden. Wens Leidenschaft für den Naturschutz erwachte vor einigen Jahren, als er zusammen mit anderen naturbegeisterten Schüler:innen regelmässig unser Imkereizentrum Fajar Lestari besuchte. Im Jahr 2024 nahm er an einem Naturzschutzcamp unserer Schwesterstiftung YEL teil, wo junge Menschen für Naturschutz sensibilisiert und ermutigt werden, selbst aktiv zu werden, etwas zum Schutz des wertvollen Ökosystems vor der Haustüre beizutragen. Da hat es ihn gepackt und er wollte tiefer ins Thema eintauchen.
Seither setzt sich Wen tatkräftig in der Region Jantho für den Naturschutz ein. Am meisten Aufmerksamkeit erhält er über seinen Social-Media-Account (uteun_raya), wo er Informationen über die Natur und die Artenvielfalt im Jantho-Naturreservat teilt. Einer seiner Beiträge thematisierte die trüben Wasserverhältnisse im Fluss Krueng Aceh, die vermutlich durch illegalen Goldabbau stromaufwärts verursacht wurden. Dieser Beitrag weckte das Interesse der lokalen Behörden, die in der Folge eine Untersuchung der Wasserqualität einleiteten.

Wen engagiert sich bei IPJL (Ikatan Pemuda Jantho Lestari), einer Gruppe junger Menschen aus den Dörfern rund um das Jantho-Naturreservat, die sich für Umwelt- und Naturschutz in ihrer Region einsetzen. Letztes Jahr hat er sich einem der SMART-Patrouillenteams angeschlossen, die regelmässig im Schutzgebiet unterwegs ist, um Gefahren und Bedrohungen im Lebensraum der Orang-Utans zu identifizieren und an die Behörden zu melden.
Wen erzählt, dass er bei seiner ersten SMART-Patrouille nervös war, weil er im Wald schlafen musste – dem Lebensraum der Sumatra-Tiger und anderer Wildtiere. Anfangs musste er sich auch daran gewöhnen, jeden Tag lange Strecken zu Fuss zurückzulegen. Mit der Zeit begann er jedoch, die Erfahrung zu geniessen. Die Begegnung mit Wildtieren gehören mittlerweile zu den Highlights während des zehntägigen Patrouillendienstes. Ein unvergessliches Erlebnis ist seine erste Begegnung mit einem Orang-Utan in freier Wildbahn, aber auch die Sichtung eines Rothundes (Cuon alpinus), einer stark gefährdeten Art, erfüllt ihn mit Stolz.
Auf seinem Instagram-Account folgen ihm fast 1000 Menschen. Über die sozialen Medien kann der junge Naturschützer über Umweltprobleme in der Region Jantho aufklären, aber auch immer wieder die Schönheit der Natur betonen. Er hofft, dass seine Begeisterung andere junge Menschen in seiner Gemeinde dazu inspirieren, sich für die Wälder und die Artenvielfalt einzusetzen und dadurch langfristig ihre Lebensgrundlage gesichert ist.