Der beschwerliche Weg zurück

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Eine Gruppe von Mitarbeitenden unserer Partnerorganisation HAkA war während der Flutkatastrophe auf Sumatra im November 2025 mehrere Tage vom Rest der Welt abgeschnitten und musste sich einen Weg nach Hause erkämpfen. Ein Erlebnisbericht von Hutari Nadhira und Rizkia Fardilla.

Der beschwerliche Weg zurück

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Eine Gruppe von Mitarbeitenden unserer Partnerorganisation HAkA war während der Flutkatastrophe auf Sumatra im November 2025 mehrere Tage vom Rest der Welt abgeschnitten und musste sich einen Weg nach Hause erkämpfen. Ein Erlebnisbericht von Hutari Nadhira und Rizkia Fardilla.

Sieben Mitarbeitende unserer Partnerorganisation HAkA nahmen in dem kleinen Dorf Linge im Herzen der Provinz Aceh an einem Kulturfestival teil. Das Lenggeri-Linge Festival ehrt die indigene Bevölkerung und ihr kulturelles Erbe, während es Naturschutz und ökologische Verantwortung thematisiert. Sie wollten die Gelegenheit nutzen, um mit den Festivalgästen über Naturschutzthemen zu sprechen. Schon bei der Ankunft begann es zu regnen – und hörte tagelang nicht mehr auf. Mit der Zeit überfluteten die Strassen, Stromunterbrüche folgten, sodass das Festivalprogramm frühzeitig abgebrochen werden musste. Dann überstürzten sich die Meldungen: Die Brücke von Linge war von der starken Strömung und Baumstämmen vollständig zerstört. Unsere Freunde, vier Journalist:innen und 30 weitere Festivalbesucher:innen waren vom Rest der Welt abgeschnitten. Eine lange, gefährliche Reise zurück zum Dorf Takengon begann.

Die Verbindung zwischen Linge und Takengon war unterbrochen, als die Brücke über den Fluss weggeschwemmt wurde. Erst nach zwei Tagen beruhigte sich die Situation soweit, dass der Fluss mit Raftingbooten überquert werden konnte.

Weil ihre Vorräte aufgebraucht waren, traute sich die Schicksalsgruppe erst nach zwei Tagen, den reissenden Fluss mit Raftingbooten zu überqueren, die durch zufällig anwesende erfahrene Rafting-Führer gesteuert wurden. Ihr Auto mussten sie zurücklassen. Der Trek ging zu Fuss weiter, durch Erdrutschgebiete, Schlammmassen und über umgestürzte Bäume. Wer einen falschen Schritt machte, konnte bis unter die Arme im Schlamm steckenbleiben. Viele Tränen begleiteten den Trupp, und bis am Ende des endlos erscheinenden ersten Tages waren alle körperlich und mental erschöpft. Sie mussten auch an ihre Familien denken – waren sie in Sicherheit?

Drei Tage dauerte der beschwerliche Marsch durch Erdrutschgebiete und verschlammte Wege.

Auch am zweiten Tag war das Ziel, ein Dorf zu erreichen. Obwohl die lokale Bevölkerung schwer getroffen war, nahmen Familien die hungrige Gruppe auf und versorgten sie mit frischem Wasser und Nudelsuppe. Am dritten Tag des beschwerlichen Marsches erreichten sie eine Gegend, wo die Strassen noch intakt waren und sie ein Stück weit mit einem Lastwagen mitfahren konnten. Gegen Abend erreichten sie endlich das Dorf Takengon, wo sie überglücklich waren, ihre Teamkollegen zu treffen. Diese hatten sich grosse Sorgen gemacht, weil sie nichts von ihnen gehört hatten. Jetzt erst wurde den Geretteten das Ausmass der Katastrophe klar und sie waren unendlich dankbar, in Sicherheit zu sein.

Unsere Freunde waren überglücklich, als sie in Takengon eintrafen und Kontakt mit ihren Familien aufnehmen konnten.

Der Originalbericht stammt aus der Feder von Hutari Nadhira und Rizkia Fardilla, Teammitglieder unserer Partnerorganisation HAkA in Indonesien.

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