Herausforderung Vogelzug

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Greifvögel Schweiz
Viele Greifvögel begeben sich jeden Frühling und Herbst auf den Vogelzug. Dabei geschehen immer wieder Unglücke. Auch dieses Jahr kümmert sich die Greifvogelstation um einige verunfallte Zugvögel.

Risikoreiche Reise
Jeweils im Herbst ziehen jedes Jahr geschätzte 5 Milliarden Vögel von Europa nach Afrika und im Frühling wieder zurück. Die Vögel richten sich nach dem Nahrungsangebot – wo es wärmer ist, finden sie einfacher und eher ausreichend passende Nahrung. Leider ist es so, dass während des Zuges auch immer wieder Vögel verunfallen. Einige davon haben Glück und ihnen kann geholfen werden.

Von Prellungen bis Erschöpfung
Im Herbst 2021 wurden einige Greifvögel in die Greifvogelstation Berg am Irchel eingeliefert, welche sehr wahrscheinlich auf dem Zug verunfallten. Sie haben Prellungen, Brüche sowie Traumata, meist verursacht durch Kollisionen. Einige wurden auch erschöpft und flugunfähig gefunden. Der Energieaufwand eines Zuges ist beträchtlich und nicht immer finden die Vögel dabei die nötige Nahrung.

Aufwändige Pflege
Die Pflege der Zugvögel ist für das Stations-Team eher heikel und bedarf viel Sorgfalt. Die auf dem Zug verunfallten Patienten sind schwieriger ruhig zu halten als eingelieferte Standvögel. Sie sind oftmals hektisch, gestresst und unruhig. Ihr innerer Kompass zeigt nach Süden und sie wollen, möglichst noch vor Wintereinbruch, dort ankommen.

Ziehende Mäusebussarde
Bei den diesjährigen auf dem Zug verunfallten und in die Greifvogelstation gebrachten Patienten handelt es sich um Mäusebussarde. Diese Art gehört zu den Kurzstrecken- oder Teilziehern. Das heisst, sie ziehen jeweils weniger als 2000 km nur innerhalb von Europa Richtung Süden. Bei ausreichendem Nahrungsangebot bleiben sie womöglich sogar hier. Ob ein Vogel zieht oder nicht, kann von Jahr zu Jahr wechseln. Übrigens: Je nach geografischer Lage und Klima kann die gleiche Art an einem Ort Standvogel und an einem anderen Ort Langstreckenzieher sein.

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