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OHNE HAPPY END Leider hat es Ocan nicht geschafft: Wenige Wochen nach seiner Einlieferung in die Auffang- und Pflegestation verstarb der junge Orang-Utan an einer Atemwegserkrankung. Full view

OHNE HAPPY END

Zurzeit haben wir um die 70 Orang-Utans in der Auffang- und Pflegestation in Sumatra zur Pflege. Auf die meisten von ihnen wartet ein Leben im Regenwald. Leider können wir trotz grosser Bemühungen nicht allen Orang-Utans helfen. Ocan überlebte leider nicht. 

Wir freuen uns, dass wir in Sumatra in den letzten 21 Jahren über 320 Orang-Utans erfolgreich aufziehen und gesund pflegen konnten. Sie alle wurden wieder in die Freiheit entlassen. Damit bilden sie den Grundstein einer neuen Population. Seit Beginn unserer Arbeit in Sumatra nahmen wir 420 Orang-Utans in der Auffang- und Pflegestation auf. Durchschnittlich wurden jährlich also etwa 20 Orang-Utans eingeliefert.

Jeder neue Orang-Utan in der Auffang- und Pflegestation durchläuft zuerst eine Quarantänephase. Vor und nach diesen drei Wochen werden medizinische Untersuchungen durchgeführt. Mit diesen Vorgehen verhindern wir, dass sich ansteckende Krankheiten, auch zum Beispiel Corona, verbreiten. Während ihres gesamten Aufenthalts in der Station werden die Orang-Utans eng beobachtet, damit man bei Bedarf die notwendigen medizinischen Behandlungen einleiten kann. Ein Team von Tierärztinnen steht an sieben Tagen in der Woche 24 Stunden zur Verfügung. Bei besonders komplizierten Fällen werden auch externe Ärzt*innen beigezogen, welche Eingriffe vornehmen können, um den Orang-Utans zu helfen. In der Auffang- und Pflegestation befindet sich dazu extra eine Klinik, wo die meisten Behandlungen und Operationen durchgeführt werden.

Leider kommt manchmal jede Hilfe zu spät. Verletzungen sind zu schwer oder Erkrankungen können nicht wie gewünscht geheilt werden – Orang-Utans versterben. Diese Verluste schmerzen jeweils sehr. So musste sich unser Team in Sumatra im November 2021 auch von Orang-Utan «Ocan» verabschieden. Ocan wurde früher als illegales Haustier gehalten und kam im Juni 2021 in die Station. Die medizinischen Untersuchungen waren zunächst unauffällig. Er gewöhnte sich rasch an artgerechtes Fressen und erkundete neugierig die Umgebung und die Regenwaldschule. Sein plötzlicher Tod ist ein herber Verlust für uns. Die genauen Ursachen des Todes sind noch in Abklärung.

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