Trockenheit in den Thurauen

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Hinter uns liegt ein aussergewöhnlich heisser und trockener Sommer, der auch in den Thurauen Spuren hinterlassen hat. Welche Rolle spielen Auen bei der Anpassung an die zunehmende Hitze und Trockenheit?

Trockenheit in den Thurauen

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Hinter uns liegt ein aussergewöhnlich heisser und trockener Sommer, der auch in den Thurauen Spuren hinterlassen hat. Welche Rolle spielen Auen bei der Anpassung an die zunehmende Hitze und Trockenheit?

Wie trocken war es?

In den Sommermonaten verzeichneten Thur und Rhein wiederholt aussergewöhnlich niedrige Abflüsse. Im August wurden an beiden Flüssen neue Tiefstwerte gemessen.

Abfluss im AugustThur (Andelfingen)Rhein (Neuhausen)
Abfluss 2026 2.01 m3/s 130 m3/s
Bisheriger Tiefstwert2.75 m3/s181 m3/s
Langjähriger Augustdurchschnitt43 m3/s459 m3/s
Messperiode 122 Jahre67 Jahre

Welche Auswirkungen waren zu beobachten?

Die Trockenheit war vielerorts sichtbar: Bäume und Sträucher liessen ihre Blätter hängen, verfärbten sie vorzeitig oder warfen sie noch grün ab. So reduzieren Bäume ihren Wasserverlust, denn über die Blätter verdunstet viel Wasser. An Thur und Rhein lagen grosse Flächen trocken. Kiesbänke wurden sichtbar, wo in anderen Jahren Wasser floss.

Durch den niedrigen Wasserstand entstehen zusätzliche Kiesbänke oder bestehende werden grösser, wie hier bei der Mündung der Thur in den Rhein am Thurspitz (linkes Bild). Im Vergleich dazu die gleiche Stelle im Herbst des Vorjahres (rechtes Bild).

Was bedeutet die Trockenheit für die Tierwelt?

Auch Tiere sind von der Trockenheit betroffen, selbst wenn die Auswirkungen weniger offensichtlich sind als bei der Vegetation. Für Amphibien wird Trockenheit zum Problem, wenn sich Kaulquappen nicht vollständig entwickeln können, bevor ihr Tümpel austrocknet. Das war diesen Sommer in einigen Gewässern der Thurauen der Fall. Für Tiere, die sich bevorzugt auf Kiesbänken aufhalten, bedeutete der tiefe Wasserstand hingegen mehr Lebensraum. So liessen sich in den Thurauen Watvögel an Stellen beobachten, an denen sie sonst nicht zu sehen sind. Für Vögel, die direkt am Wasser brüten, etwa der Flussregenpfeifer oder der Eisvogel, ist ein stabiler Wasserstand während der Brutzeit vorteilhaft: Ein starker Anstieg der Thur kann die gesamte Brut zerstören.

Der Flussregenpfeifer, eine der wenigen in der Schweiz brütenden Watvogelarten, legt seine gut getarnten Eier direkt zwischen die Steine auf der Kiesbank.

Widerstandsfähig – und doch gefährdet

Auen sind gut an wechselnde Wasserstände angepasst: Sie speichern Wasser, geben es langsam wieder ab und tragen durch Verdunstung zur Kühlung bei. Auch vorübergehende Trockenheit gehört zu ihrer natürlichen Dynamik. Durch die Klimakrise werden Trockenphasen häufiger und extremer. Folgen mehrere trockene Sommer aufeinander, können Gewässer trockenfallen, Arten verschwinden und trockenheitsliebende, teilweise gebietsfremde Arten sich ausbreiten. Dadurch können die ökologische Funktion und die Wasserspeicherfähigkeit der Auen geschwächt werden. Da künftig trockenere Sommer und niederschlagsreichere Winter erwartet werden, wird es immer wichtiger, Wasser in der Landschaft zurückzuhalten. Naturnahe Auen und feuchte Wälder leisten dazu einen wichtigen Beitrag.

Wälder können ihre hitzeregulierende Wirkung nur entfalten, wenn genug Wasser vorhanden ist.

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