Die Federbüschel am Kopf der Waldohreule geben der quer durch Eurasien und Nordamerika häufig vorkommenden Eulenart ihren Namen. Ihre Hörleistung wird aber nicht durch die Federohren, sondern durch den Gesichtsschleier verbessert. Die auffälligen Federohren setzt sie lediglich für Mimik ein: sind sie hochgestellt, ist die Eule aufgeregt. Zusammen mit dem gestreift und gepunkteten, braun-beige marmorierten Gefieder dienen sie der perfekten Tarnung. Ihr Ruf ist leise und rau und kaum hörbar.

Die Jagd beginnt in der Dämmerung. Wie alle Eulenarten hat sie die Fähigkeit, fast lautlos zu fliegen. Mäuse, Insekten und Singvögel gehören zu ihrer bevorzugten Beute, die sie mit dem guten Gehör, aber auch optisch ortet. Sie jagt dicht über dem Boden oder vom Ansitz und braucht offene Flächen in lichten Wäldern oder Kulturland, sie wird aber auch in Friedhöfen, Parkanlagen und grossen Gärten beobachtet. Im dichten Wald kann sie nicht jagen. Ihr Lebensraum ist grösstenteils vom Nahrungsangebot bestimmt. Wo es viele Mäuse gibt, kann sie gut leben.
Selber baut die Waldohreule keine Nester. Vielmehr benützt sie alte Krähen- und Elsternnester in Nadelbäumen als Nistkuhlen. In Jahren mit hohem Mäusebestand legt das Weibchen Ende Februar bis zu 8 Eier, hingegen reduziert sich die Zahl der Eier auf 3 bis 5, wenn grundsätzlich weniger Nahrung vorhanden ist. Deshalb ist es für den Bestand der Waldohreule wichtig, dass strukturreiche, naturnahe Landschaften erhalten bleiben und die Mäusepopulation nicht durch langanhaltende Dürreperioden verringert wird.
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Vermutlich wurde der Baum mit samt dem Nest gefällt, in dem die junge Waldohreule am Aufwachsen war. Wir vermuten, dass sie gerade erst das Nest verlassen hatte und auf einem Ast sass, als es passierte. Zum Glück wurde sie von einer Jägerin gefunden und zu uns in die Station gebracht. Hier wächst der sehr wehrhafte Jungvogel auf und wird mit etwa 3 Monaten reif sein für die Freilassung.