Bambus – nachhaltiger Baustoff

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Orang-Utan-Schutz
Auf Sumatra, nahe der grössten Stadt Medan, wird seit 2016 eine Heimat für Orangutans gebaut, die nicht mehr ausgewildert werden können. Ziel ist es, dass sie ihren Lebensabend in Würde auf naturnah gestalteten Inseln verbringen können. Mit dem Orangutan Haven entsteht ein einzigartiges Umweltbildungszentrum, das für die breite Öffentlichkeit so bald als möglich geöffnet werden soll. Auch nachhaltiges Bauen soll dabei erlebbar werden.

Bambus – nachhaltiger Baustoff

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Orang-Utan-Schutz
Auf Sumatra, nahe der grössten Stadt Medan, wird seit 2016 eine Heimat für Orangutans gebaut, die nicht mehr ausgewildert werden können. Ziel ist es, dass sie ihren Lebensabend in Würde auf naturnah gestalteten Inseln verbringen können. Mit dem Orangutan Haven entsteht ein einzigartiges Umweltbildungszentrum, das für die breite Öffentlichkeit so bald als möglich geöffnet werden soll. Auch nachhaltiges Bauen soll dabei erlebbar werden.

Die Arbeiten an der Infrastruktur laufen auf Hochtouren. Bei sämtlichen Gebäuden im Orangutan Haven wird moderne und innovative Architektur gepflegt, mit höchstem Bedacht auf Nachhaltigkeit – sowohl bei der Wahl der Baumaterialien, als auch in der Verarbeitung. Wie das konkret umgesetzt wird, erklärt der Bauleiter Gilbert Murrer. Der junge Österreicher stammt aus einer Holzbau-Familie und hat sich auf Bali auf Bambus spezialisiert. Er arbeitet für unsere Schwesterstiftung YEL und ist seit dem Bau der ersten Infrastruktur 2017 mit viel Herzblut im Haven tätig.

Über die eindrückliche Bambus-Brücke gelangen die Besuchenden in den Orangutan Haven

Bambus ist ideal

Im tropischen Klima auf Sumatra bietet der schnellwachsende Bambus eine ideale Grundlage für nachhaltiges Bauen. Die lokalen Gegebenheiten wie die klimatischen Verhältnisse oder die lokal vorhandenen Rohstoffe werden bei der Auswahl von Material und Bauweise mit einbezogen. Dabei spielt Bambus eine zentrale Rolle. Es ist ein schnellwachsender, unerschöpflicher Rohstoff und ist eine ausgezeichnete Alternative zu Harthölzern. Weil die Bambusstangen innen hohl sind und in regelmässigen Abständen sogenannte Knoten aufweisen, sind sie äusserst stabil. Verteilt auf dem insgesamt 47 Hektar grossen Gelände wird im Orangutan Haven Bambus für den Eigenbedarf angebaut und dient als Vorzeigeprojekt für nachhaltige Beforstung. Dadurch entfallen die Transportkosten für den wichtigen Rohstoff gänzlich. Die Bambusstangen werden nach Bedarf gereinigt, gegen Termiten immunisiert, getrocknet und anschliessend für die Bambuskonstruktionen verwendet. Sogar die Schindeln für die Bedachungen werden hier von den Arbeiter*innen hergestellt.

Lager für Bambus-Baumaterial im Orangutan Haven

Ohne Zement geht’s auch

Weltweit verursacht die Baubranche mehr als 30% der globalen CO2 -Emissionen. Ein erheblicher Teil davon wird durch die Herstellung von Zement generiert. Deshalb wird im Haven soweit wie möglich auf Beton verzichtet. Er wird ersetzt durch innovative Baustoffe, die aus lokalen Sand- und Lehmarten hergestellt werden. So entstehen beispielsweise die Wände der Gebäude aus gestampften Lehmschichten, die mit selbst hergestellten Stampfern in die Schalungen gedrückt werden, wie im Video gut sichtbar ist. Neben dem Vermeiden von Zement werden wo immer möglich grüne Technologien eingesetzt. Es werden auf den Dächern Fotovoltaikanlagen angebracht oder sie werden begrünt, weil dies kühlend und wasserabsorbierend wirkt.

Impressionen vom Bau des Tickethäuschens mit der Stampflehm-Technik

Bauen entlang natürlicher Gegebenheiten

Bereits bei der Standortwahl für die Inseln im Haven wurden die natürlichen Gegebenheiten berücksichtigt, um möglichst minimale Eingriffe mit künstlichen Baumaterialien vornehmen zu müssen. Die vorhandenen Wasserstellen wurden genutzt und einzig durch Ausgraben erweitert. Es wurden keine Teichfolien und -membrane verbaut und die Ufer sind teilweise aus Lehm und Steinen geformt und verkleidet. Auch Bäume werden in die Architektur integriert anstatt gefällt, wie die Gäste am Beispiel der Toilettenanlage im Empfangsbereich bald feststellen können.

Die erste Toilettenanlage mit Solarpanels auf dem Dach ist bereits erstellt
Visualisierung der Toilettenanlage beim Eingang

Natürlich wird jeder Neubau mit den Bauarbeiter*innen gebührend gefeiert. Da spendiert der Bauführer nach alter Tradition eine Runde vom lokalen Reiswein Tuak – Toss (Prost)!

Meine Spende für Umweltbildung, Artenschutz und bedrohte Lebensräume
Freibetrag CHF
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