Gefahrenzone Zaun

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Flora & Fauna Schweiz, Greifvögel Schweiz
Zäune sorgen dafür, dass Nutztiere in einem bestimmten Gebiet bleiben und nicht entweichen können. Ausserdem schützen sie Weidetiere vor ungebetenen Gästen. Für Wildtiere jedoch sind Zäune eine unnatürliche Grenze in ihrem Lebensraum und können zur grossen Gefahr werden.

Eine Gefahr für Wild-und Nutztiere
Eine Umfrage des Schweizer Tierschutzes STS in den Kantonen im Jahr 2020 ergab, dass jährlich zwischen 3000 – 4500 Wildtiere durch Zäune sterben. Meistens werden Zäune von den Tieren, zum Beispiel auf der Flucht, übersehen. Sie verheddern sich darin und sterben mitunter eines qualvollen Todes.

Greifvögel und Eulen als Opfer
Zäune können auch für Greifvögel und Eulen eine reale Gefahr darstellen. Sie können sich in ihnen verheddern, verletzen und sterben.

Mittig durchbohrt: Ein Stacheldraht wird zur grossen Gefahr für einen Mäusebussard.

Wieso? Tagsüber fliegen die Greifvögel so schnell, dass sie die Zäune nicht bemerken. Nachts nimmt ihnen die Dunkelheit die Sicht. Besonders gefährdet sind Uhus, da sie nachts auf Beutejagd eher tief fliegen.

Ende November wurde ein Uhu aus dem Kanton Schaffhausen in die Greifvogelstation Berg am Irchel eingeliefert. Er war in einen Stacheldraht geflogen und darin hängengeblieben . Er hatte mit starken Verletzungen zu kämpfen: Die Flügelsehne am Ellbogengelenk war abgerissen. Schlussendlich musste das Tier im Tierspital erlöst werden. Solch eine tragische Geschichte zeigt, wie problematisch Zäune sein können und wie wichtig daher die Wahl eines für Wildtiere ungefährlichen Zaunes ist.

Diese Verletzung war leider zu schlimm und der entsprechende Uhu musste erlöst werden.

Zaun ist nicht gleich Zaun
Es gibt verschiedene Modelle von Zäunen, die sich auch hinsichtlich der Gefahr für Wildtiere unterscheiden. Je nach Zauntyp braucht man sogar eine Baubewilligung der Gemeinde, wenn man ihn aufstellen will. Problematische Zäune sind zum Beispiel Stacheldrahtzäune. Das haben auch die Kantone erkannt: Einige zahlen Subventionen für Weidezäune mit Holzpfählen unter der Bedingung, dass kein Stacheldraht verwendet wird. Ein Beispiel hierfür ist der Kanton Zürich.

Für Wildtiere am wenigsten gefährlich ist ein fester Drahtzaun. Es ist fast unmöglich, dass die Tiere darin hängenbleiben. Der Abstand zwischen Boden und dem ersten Draht sollte zudem mindestens 25 cm betragen, damit eher kleine Wildtiere, wie zum Beispiel Füchse, ihn ungehindert passieren können. Allgemein ist es sinnvoll, Zäune nur so lange aufzustellen, wie sie ihren Zweck auch erfüllen. Ausserdem sollte darauf geachtet werden, dass der Zaun zum Beispiel durch auffällige Farben oder Flatterbänder für die Tiere gut sichtbar ist.




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