Wiederfunde bedeuten zweimal Glück im Unglück

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Vor Kurzem hatten wir zwei Rotmilane auf der Greifvogelstation, die früher schon einmal in unserer Obhut waren. Warum ein sogenannter Wiederfund ein besonderes Ereignis ist und was wir daraus ablesen können, verraten wir in diesem Artikel.

Wiederfunde bedeuten zweimal Glück im Unglück

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Vor Kurzem hatten wir zwei Rotmilane auf der Greifvogelstation, die früher schon einmal in unserer Obhut waren. Warum ein sogenannter Wiederfund ein besonderes Ereignis ist und was wir daraus ablesen können, verraten wir in diesem Artikel.

Schafft es der Patient in der freien Natur, oder war er doch zu schwer verletzt? Kann der Jungvogel nun selbstständig überleben? Bleibt der Waldkauz künftig den Strassen fern? Die Freilassung erfolgt nach sorgfältiger Beurteilung des Vogels. Dennoch lässt sich nie vollständig vorhersagen, wie sich ein genesener Patient oder ein in der Greifvogelstation aufgewachsener Jungvogel in der freien Natur zurechtfindet. Wiederfunde helfen uns hier, die Überlebenschancen für unsere Patienten einzuordnen und den Erfolg unserer Arbeit besser einschätzen zu können. Deshalb ist jeder Wiederfund ein erfreuliches Ereignis.

Jährlich werden in der Vogelwarte Sempach, der nationalen Beringungszentrale SEMPACH HELVETIA, ein bis drei ehemalige Patienten oder von uns beringte Jungvögel als Wiederfund registriert. Zwei der fünfzehn Hagelpatienten von diesem September waren Wiederfunde. Das konnten wir dadurch über sie herausfinden:

Rotmilan, adult, weiblich, aus Buchs ZH

Anhand der Eingabe der bereits registrierten Ringnummer in unserer Datenbank sahen wir, dass das erwachsene Rotmilan-Weibchen im Jahr 2020, also vor sechs Jahren, bei uns von Hand aufgezogen wurde. Leider können wir über den Rotmilan lediglich sagen, dass die Handaufzucht offensichtlich erfolgreich war. Wo er sich in der Zwischenzeit aufgehalten hat, verrät uns der Ring nicht. Auf Grund der Verletzung – er hat beim Hagelsturm seinen Schnabel gebrochen – wird er noch länger auf der Station bleiben. Er braucht nochmals eine gute Portion Glück, dass er wieder in die Freiheit kommt. Drücken wir ihm die Daumen!

Das Rotmilan-Weibchen haben wir im Jahr 2020 bei uns von Hand aufgezogen. Wegen seiner Schnabelverletzung wird es nochmals einige Wochen in der Greifvogelstation verbringen.

Rotmilan, adult, weiblich aus Neerach

Pitschnass und mit einer Prellung am Kopf kam ein weiterer vom Hagelsturm getroffener Rotmilan bei uns an. Sofort hat unsere Tierpflegerin Amber Gooijer den Ring entdeckt. Bei der Aufnahme der Patientendaten hat sich herausgestellt, dass der Rotmilan vor genau einem Jahr schon einmal bei uns war. Damals hinkte er, konnte aber dank erfolgreicher Pflege nach drei Wochen gesund ausgewildert werden. Ob er über den letzten Winter in den Süden gezogen ist, verrät uns auch hier der Ring leider nicht.

Um mehr und genauere Daten sammeln zu können, läuft seit 2025 das Besenderungsprojekt mit jungen Turmfalken, die von uns aufgezogen wurden. Wenn die erste Auswertungsphase abgeschlossen ist, werden wir an dieser Stelle darüber berichten. Weitere Informationen über das Beringen auf der Greifvogelstation und über die die europaweite Datenbank zu Wildvögeln EURING erhalten Sie in den Web-News von März 2023.

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