15 Jahre Jantho-Auswilderungsstation

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Ein Neuanfang für Orang-Utans: Seit 15 Jahren haben sie die Chance in Jantho, einem Schutzgebiet im Norden Sumatras, in Freiheit zu leben. Zusammen mit unserer Schwesterstiftung YEL haben wir dort bereits 186 Orang-Utans freigelassen und elf Jungtiere sind im Schutzgebiet geboren. Das ist ein bemerkenswerter Erfolg und ein Zeichen dafür, dass die Rückkehr in die Wildnis funktioniert.

15 Jahre Jantho-Auswilderungsstation

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Ein Neuanfang für Orang-Utans: Seit 15 Jahren haben sie die Chance in Jantho, einem Schutzgebiet im Norden Sumatras, in Freiheit zu leben. Zusammen mit unserer Schwesterstiftung YEL haben wir dort bereits 186 Orang-Utans freigelassen und elf Jungtiere sind im Schutzgebiet geboren. Das ist ein bemerkenswerter Erfolg und ein Zeichen dafür, dass die Rückkehr in die Wildnis funktioniert.

2003: Wiederansiedlung in Jambi

Die Geschichte der von PanEco und unserer Schwesterstiftung YEL betriebenen Auswilderungsstation für Orang-Utans reicht bis ins Jahr 2003 zurück. Damals erhielten wir von den indonesischen Behörden die Erlaubnis, Orang-Utans im Naturschutzgebiet Bukit Tiga Puluh der Provinz Jambi, im Süden Sumatras, wieder auszuwildern. Vor 2011 wurden alle Orang-Utans, die in unserer Auffangstation aufgewachsen oder gesund gepflegt wurden, in Jambi freigelassen, wo wir mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt zusammenarbeiten.

2007: Suche nach einem neuen Lebensraum

Im Jahr 2005, nach dem Ende des Bürgerkriegs in der Provinz Aceh im Norden Sumatras, änderte sich die politische Lage. Innerhalb der Behörden von Aceh wurden Stimmen laut, die forderten, dass in der Provinz Aceh beschlagnahmte Orang-Utans auch in Aceh in die Wildnis entlassen werden sollten. Insbesondere der erste demokratisch gewählte Gouverneur Irwandi Yusuf setzte sich dafür ein, ein geeignetes Gebiet für die Wiederansiedlung zu finden. Die Anforderungen waren hoch: Gesucht wurde ein grosses Gebiet mit Tieflandregenwald, das gesetzlich geschützt ist und nicht Gefahr läuft, Palmöl- oder Holzkonzessionen zu erhalten. Idealerweise gibt es nicht allzu viele Siedlungen in den an den Wald angrenzenden Gebieten, um das Risiko von Konflikten zwischen Menschen und Wildtieren zu minimieren. Mindestens 250 Orang-Utans sollen dort langfristig leben können. Ian Singleton, damals Leiter unseres Sumatra-Orang-Utan-Schutzprogramms, spielte eine Schlüsselrolle bei der Suche nach einem geeigneten Standort und arbeitete dabei eng mit Vertreterinnen und Vertretern der Provinzregierung von Aceh und des indonesischen Forstministeriums zusammen.

2010: 15’000 Hektaren Regenwald für einen Neuanfang

Im Jahr 2010 wurde innerhalb des streng geschützten «Jantho Pine Forest Nature Reserve» der richtige Standort für eine neue Auswilderungsstation gefunden. Es gibt alte niederländische Berichte über Orang-Utans, die im Gebiet des mehr als 15’000 Hektare grossen Naturreservats lebten, doch waren dort seit vielen Jahrzehnten keine Orang-Utans mehr gesichtet worden. Tief im Wald, weit entfernt von den nächsten Dörfern, sollte die Station entstehen. Das Ziel ist bis heute, eine neue, stabile und sich selbst erhaltende Orang-Utan-Population zu etablieren und damit zum Überleben dieser vom Aussterben bedrohten Art beizutragen.

Der Fluss bildet eine natürliche Grenze für Sumatra-Orang-Utans, da diese nicht schwimmen können.

2010: Von Notunterkünften zur Auswilderungsstation

Nachdem das Forstdepartement den Standort genehmigt hatte, konnte der Bau der Station starten. Bis zu 20 Personen sollten dort übernachten können und sich verpflegen. Eine ungewöhnliche Lösung trug dazu bei, dies zu erreichen: Nach dem Tsunami hatte die taiwanesische Regierung Notunterkünfte für die Bevölkerung von Aceh bereitgestellt. Einige dieser Unterkünfte wurden nicht mehr benötigt und konnten für die Station erworben werden. So entstand die Häuserreihe, die bis heute das Erscheinungsbild des Zentrums prägt. Gleichzeitig errichtete das Team oberhalb des Flusses mehrere grosse Gehege. Diese dienen den Orang-Utans als letzte Station vor der Freiheit: Hier können sich die Tiere an ihre Umgebung gewöhnen und werden sorgfältig auf ihre Freilassung in die Wildnis vorbereitet. Im Jahr 2011 haben wir die ersten drei Orang-Utans in Jantho in die Wildnis entlassen.

Die ehemaligen Schutzhütten sind zweckmässig und kostengünstig. Die Auswilderungsgehege, die den Orang-Utans ein autonomes Ein- und Austreten ermöglichen, stehen auf der anderen Seite des Flusses.

2026: 186 Orang-Utans kehrten bisher in Jantho in die Wildnis zurück

Seitdem ist viel passiert. In den vergangenen 15 Jahren wurden in Jantho 186 Orang-Utans in die Wildnis entlassen. Zusammen mit den 219 in Jambi freigelassenen Tieren bedeutet dies, dass bereits 405 Orang-Utans in ihren natürlichen Lebensraum zurückkehren konnten. Besonders erfreulich ist, dass seit Beginn des Programms in Jantho neun junge Orang-Utans geboren wurden. Ihre Geburten sind mehr als nur ein Grund zum Feiern. Sie zeigen, dass sich die ausgewilderten Orang-Utans in ihrem neuen Lebensraum wohlfühlen und sich erfolgreich fortpflanzen.

Gober und ihre Zwillinge Ginting und Ganteng wurden 2015 in Jantho ausgewildert.

Heute: Artenschutz, Überwachung und viel Geduld

In der Station von Jantho arbeiten zwei Teams mit je etwa 15 Personen. Sie helfen bei den Freilassungen, überwachen die frisch entlassenen Orang-Utans und schützen den Wald bei regelmässigen Patrouillengängen. Die Teams wechseln sich alle zehn Tage ab. Die Arbeitstage sind lang, und sichtbare Fortschritte sind nicht sofort erkennbar. Der Schutz des Regenwaldes erfordert Geduld.

Ein Bild aus der Anfangszeit der Auswilderungsstation. Der erste Stationsleiter, Muklis (3.v.l.) ist heute im Imkereizentrum Fajar Lestari tätig. Arista (2. v.r.) ist jetzt Stationsleiter der Auffang- und Pflegestation in der Nähe von Medan.

Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung

Die Menschen in den umliegenden Dörfern spielen eine entscheidende Rolle bei der Wiederansiedlung. Die meisten Mitarbeitenden der Station sind junge Männer, die in den Dörfern am Waldrand aufgewachsen sind. Sie sind stolz darauf, dass ihre Arbeit zum Schutz der Orang-Utans beiträgt. Dieses Wissen geben sie zu Hause an ihre Familien und Dorfgemeinschaften weiter. Ausserdem befindet sich unser Honigbienenprojekt «Fajar Lestari» in der Nähe. Bisher ist es uns gelungen, acht Imkerkooperativen bei ihrer Gründung zu unterstützen, sodass die lokale Bevölkerung von den dadurch erzielten zusätzlichen Einkünften profitiert. Auch sie werden für das Orang-Utan-Schutzprogramm sensibilisiert. 15 Jahre in Jantho zeigen, dass erfolgreicher Artenschutz mehr erfordert als nur geschützten Lebensraum und engagierte Menschen. Er erfordert auch Zeit, Vertrauen und Ausdauer. Wir bleiben dran!

Meine Spende für Umweltbildung, Artenschutz und bedrohte Lebensräume
Freibetrag CHF
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