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Orangutan Haven

Vor mehr als zehn Jahren entstand die Idee eines Umweltbildungszentrums mit einer naturnahen Anlage für Orang-Utans, die auf Grund ihrer Verletzungen nicht mehr ausgewildert werden können – der «Orangutan Haven». Über die Jahre der Projektentwicklung entstand auf dem 48 Hektar grossen Gelände nahe Medan, der grössten Stadt Sumatras,  ein einzigartiger, innovativer Ort für Umweltbildung, Naturschutz und Erholung für die ganze Region.  

Ziele

«Der Orangutan Haven wird in der gesamten Region einen wichtigen Beitrag zu Bildung, Naturschutz und Erholung leisten und das Verständnis für die Bedeutung von Umweltschutz, den Erhalt der Artenvielfalt sowie die Dringlichkeit einer nachhaltigen Entwicklung fördern. Es besteht ein riesiges Potential, im Orangutan Haven das Bewusstsein und die Wahrnehmung für diese Anliegen bei den verschiedenen Besuchergruppen zu verändern.»

Dr. Ian Singleton

Conservation Director Orangutan Haven

Erfolge

Geschichte

Idee
Regina Frey, Ian Singleton und Sofyan Tan träumen von einem naturnah gebauten Gehege für Orang-Utans, die nicht mehr in Freiheit leben können – und entwickeln die Idee eines Zentrums für Umweltbildung.
Landerwerb
Im November kauft PanEco ein geeignetes Gelände von 46.3 Hektar in einem üppigen Agroforestgebiet in der Nähe der Stadt Medan, Provinz Nordsumatra.
Grenzlegung
Die detaillierten Pläne für den Orangutan Haven liegen vor. Die von künstlichen Wassergräben umgegebenen Inseln, auf denen die Orang-Utans leben werden, fügen sich in die hügelige Agroforest-Landschaft ein.
Bambus-Brücke
Innerhalb von 8 Monaten entsteht unter der Leitung des Bamboo-Experten Jürg Stamm als erstes die ikonische Bambus-Brücke über den Wildbach Sungai Tengah – mit 30 Metern Spannweite zu dieser Zeit die längste Brücke der Welt, die einzig aus Bambus gebaut ist. Das beeindruckende Bauwerk im traditionellen Karo Batak-Stil von Architekt Lukas Zollinger dominiert den Eingangsbereich.
Veterinärklinik und Inseln
Die Grundstruktur der neun Inseln, die von Wassergräben umgeben sind, ist fertiggestellt. Im selben Jahr werden eine Veterinärklinik und das Ecofarming-Zentrum gebaut.
Vogelvoliere und Wassergräben
Für das Zuchtprogramm der vom Aussterben bedrohten Sumatra-Singvögel beginnt der Bau von 24 Volieren. Die miteinander verbundenen Wassergräben um die Inseln werden erstmals geflutet.
Umweltbildung
Erste Schulen besuchen den Orangutan Haven und helfen, das Bildungsprogramm zu entwickeln. Sie profitieren von den neuen Umweltbildungsmodulen und erleben auf dem Leuser-Ecotrail den Wald hautnah.
Eingangsbereich
Mit der Fertigstellung des eindrücklichen Tickethäuschens aus Bambus und gestampften Lehmwänden ist ein weiterer Meilenstein im Bau der Besucherinfrastruktur geschafft. Der gesamte Eingangsbereich mit Strassenführung, Parkplatz und Toilettenanlage wird angelegt.
September: Der erste Orang-Utan zieht ein!
Endlich! Nach langem Warten erhalten wir von der Regierung grünes Licht, dass wir die Orang-Utans von der Auffang- und Pflegestation in den Orangutan Haven umsiedeln dürfen. Der 17 Jahre alte Krismon ist der erste, sieben weitere folgen bald.
Ausblick
Die Vorbereitungen für die Eröffnung des Orangutan Haven laufen auf Hochtouren. Sie wird für das kommende Jahr angestrebt.
2010
2012
2015
2017
2019
2021
2022
2023
2023
2024
01

Die Orang-Utans

Der Orangutan Haven wird die neue Heimat für acht Orang-Utans, die teilweise seit Jahren in der Auffang- und Pflegestation leben. Weil sie blind oder anderweitig körperlich beeinträchtigt sind, können sie nie mehr ausgewildert werden und brauchen Betreuung durch erfahrene Tierpfleger:innen und Tierärzt:innen, an die sich diese sensiblen Tiere gewöhnt haben. Im Orangutan Haven bewohnen sie natürlich bewachsene Inseln, anstelle von Metallgehegen.

Die Orang-Utans im Haven sind Botschafter für ihre im Regenwald lebenden Artgenossen und tragen zum langfristigen Überleben ihrer Art bei, weil sie durch ihre Präsenz die Sensibilisierung der Besucher:innen für die Bedrohungen der Orang-Utans und des Regenwaldes unterstützen.

Leuser (m, Jg. 2000), blind

Status: eingezogen in den Orangutan Haven, auf seiner Insel

Leuser wurde 2004 bei Kutacane im Südosten von Aceh aus illegaler Haustierhaltung beschlagnahmt. Schon kurz darauf konnten wir ihn im Schutzwald des Bukit Tigapuluh National Parks in Jambi erfolgreich auswildern. Zwei Jahre später wurde er auf einem Acker am Rande des Parks angeschossen und gefangen genommen. Das SOCP-Team brachte den völlig verwirrten und schwer verletzten Leuser sofort in die Auffang- und Pflegestation. Die Röntgenaufnahmen zeigten, dass Leuser 62 Luftgewehrkugeln abbekommen hatte, zwei in einem Auge und eine im anderen. Er ist für immer erblindet.

Krismon (m, Jg. ~1995), traumatisiert

Status: eingezogen in den Orangutan Haven, auf seiner Insel

Krismon wurde als ausgewachsenes Männchen in der Provinz Nordsumatra beschlagnahmt. Man hatte ihn fast 19 Jahre lang in einem Metallkäfig von etwa 1.5 Metern Seitenlängen gehalten, in dem er kaum genug Platz hatte, um aufzustehen oder sich zu bewegen. Kein Wunder, hatte die Befreiung und die anschliessende intensive Betreuung starke Auswirkungen auf seine körperliche und mentale Entwicklung. Heute hat er ab und zu einen Rückfall und beginnt unkontrolliert zu zittern, alles in allem hat er aber bemerkenswerte Fortschritte gemacht und liebt es, hoch über dem Boden zu sein.

Paguh (m, Jg. 1992), blind

Status: eingezogen in den Orangutan Haven, auf seiner Insel

Der ausgewachsene Paguh kam mit 26 Luftgewehrkugeln, die über seinen Körper verstreut waren und ihm das Augenlicht nahmen, in die Auffang- und Pflegestation. Obwohl er immer in der Wildnis lebte, verhält sich Paguh gegenüber dem Betreuerteam stets überraschend entspannt. Paguh stösst regelmässig einen «Long Call» aus um die anderen Orang-Utans und die Pfleger:innen daran zu erinnern, dass er da ist.

Dina (w, Jg. 2016), blind

Status: eingezogen in den Orangutan Haven, auf ihrer Insel

Die sieben Jahre alte Dina wird als Jüngste in den Orangutan Haven einziehen. Sie wurde als illegales Haustier beschlagnahmt, als sie erst einige Monate alt war. Bei den Gesundheitschecks durch das SOCP-Team hat man gemerkt, dass sie an einer Enzephalitis (Infektion des Gehirns) leidet. Dies führte mit der Zeit zur fast völligen Lähmung ihres gesamten Körpers und einem Blick ins Leere. Nach vielen Monaten mit permanenter Betreuung und der Fütterung von Hand durch das SOCP-Team ist die Funktionsfähigkeit ihres Körpers zurückgekehrt, aber ihr Sehvermögen ist schwer geschädigt.

Deknong (w, Jg. 2002), Gelenkprobleme

Status: eingezogen in den Orangutan Haven

Deknong wurde als illegales Haustier gehalten und 2007 konfisziert. Einige Monate später konnten wir sie am Rande des Bukit Tigapuluh-Nationalparks in Jambi freilassen. Wenig später wurde sie vom SOCP-Überwachungsteam am Boden gefunden. Aus unerklärlichen Gründen war sie von der Hüfte abwärts  gelähmt und hatte seltsame Wucherungen an einigen Gelenken. Glücklicherweise erholte sich ihr Körper nach und nach und heute ist sie wieder fit und aktiv. Ihr linkes Handgelenk bleibt aber stark gebeugt und sie kann diesen Arm nicht vollständig strecken.

Lewis (m, Jg. 1991), blind

Status: eingezogen in den Orangutan Haven

Lewis wurde aus einer Gegend mit grossen Plantagen in der Provinz Aceh evakuiert. Grosse Stücke seines Lebensraumes, dem Regenwald, wurden in Landwirtschaftszonen umgenutzt. Das hat ihn dazu gezwungen, in den Plantagen nach Futter zu suchen. Die lokalen Bauern verscheuchten ihn mit Luftgewehren und verletzten ihn dabei am ganzen Körper. Glücklicherweise erholte sich Lewis gut von den zwei Operationen, er hat aber sein Augenlicht verloren.  

   Möchten Sie eine Patenschaft für Lewis übernehmen? 

Fahzren (m, Jg. ~1999 ), keine Scheu vor Menschen

Status: in Vorbereitung für den Umzug, in der Aufgang- und Pflegestation

Fazhren fiel als Jungtier dem illegalen Wildtierhandel zum Opfer und wuchs in Malaysia  auf. Als man herausgefunden hat, dass er illegal ins Land geschmuggelt worden war, hat man ihn nach Indonesien zurückgeführt, wo er 2013 bei uns ankam. Zu dem Zeitpunkt war Fazhren bereits ein voll ausgewachsener, äusserst kräftiger Orang-Utan mit Backenwülsten. Weil er sein ganzes Leben in Menschenhand verbracht hat und keine natürliche Scheu zeigt, will das SOCP-Team ihn nicht frei im Wald herumwandern lassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er Menschen begegnet und dabei ein Mensch-Tier-Konflikt ausgelöst wird, ist zu gross. Obwohl er gesund und fit ist, wird Fahzren deshalb nie mehr in Freiheit leben können.

Hope (w, Jg. ~1993), blind, traumatisiert

Status: in der Aufgang- und Pflegestation

Hope wurde zusammen mit ihrem Jungtier 2019 schwer verletzt nach einem Konflikt mit Farmern von einem Acker evakuiert. Das Junge hat die Reise zur Auffang- und Pflegestation nicht überlebt und auch Hope war in einem sehr kritischen Zustand. Sie hatte mehrere tiefe Schnittwunden, einen Schlüsselbeinbruch und trug 74 Luftgewehrkugeln in ihrem Körper – auch in ihren Augen. Das Veterinärteam konnte ihren Zustand zum Glück stabilisieren und sie hat sich gut erholt. Bis heute ist sie aber von der Erfahrung schwer traumatisiert und sehr ängstlich gegenüber Menschen, die sie nicht kennt.

«Weil Orang-Utans ein Alter von mehr als 50 Jahren erreichen und die für den Orangutan Haven vorgesehenen Tiere nie wieder freigelassen werden können, müssen wir ihnen unbedingt langfristig ein weitaus akzeptableres und natürlicheres Zuhause bieten als die Metallkäfige, in denen sie heute leben.»

Dr. Citra Kasih Nente

Head of Rehabilitation and Reintroduction Ex-Situ, YEL

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02

Singvogel-Zuchtprogramm

Für die Zucht von Sumatra-Singvogelarten, die vom Aussterben bedroht sind,  wurden im Orangutan Haven 24 Volieren gebaut. Die Initiative erfolgte auf Anfrage der IUCN Asian Songbird Trade Specialist Group und wird von der Silent Forest-Kampagne der European Association of Zoos and Aquaria unterstützt.

Indonesien weist die zweithöchste Anzahl global bedrohter Vogelarten der Welt auf (146 Arten, Stand September 2015). Der Wildtierhandel ist die grösste Gefahr für viele dieser Vogelarten, neben dem Problem der Degradierung ihres Habitats, des tropischen Regenwalds. Die am stärksten betroffenen Vogelgruppen sind die Singvögel. Sie sind beliebt bei Vogelhaltern, die sie für Singvogelwettbewerbe anmelden, um Preise zu gewinnen.

Gelbscheitelbülbül (Pycnonotus zeylanicus)

Der Gelbscheitelbülbül wird von den Menschen gerne wegen seines melodiösen, trillernden Gesangs gehalten. Die grösste Bedrohung geht deshalb von den Fallenstellern aus, die ihn für den Haustierhandel einfangen. Sein Status auf der IUCN Roten Liste für bedrohte Tierarten ist «stark gefährdet».

Niasbeo (Gracula robusta)

Wilderei für den Haustierhandel ist der Grund, dass der Niasbeo stark vom Aussterben bedroht ist. Seine Art steht in Indonesien offiziell unter Schutz. Die auf der Insel Nias sowie einigen kleineren Inseln vor der Küste endemische Art ist zwar ein «Maskottchen» der Insel, seit etwa 2000 wurden dort aber keine freilebenden Exemplare mehr gesichtet.

Sumatra Lachdrossel (Garrulax bicolor)

Obwohl sie gemäss indonesischem Recht geschützt ist, wird die Sumatra- Lachdrossel seit 2016 auf der IUCN Roten Liste als vom Aussterben bedrohte Art geführt. Wegen ihrem lauten, lärmenden Verhalten ist sie ein leichtes Ziel für Fallensteller, die sie für den lukrativen Verkauf einfangen. Im Orangutan Haven sind mindestens drei Zuchtpaare vorgesehen.

Silberohr-Sonnenvogel (Leiothrix laurinae)

Der kleine aber sehr bunte Silberohr-Sonnenvogel kommt nur auf Sumatra vor und ist unmittelbar vom Aussterben bedroht. Deshalb ist er gemäss indonesischem Recht geschützt und steht seit 2016 auf der Roten Liste. Weil er laut und sehr melodisch singt, ist es ein beliebter Vogel bei den indonesischen Vogelhaltern und wird oft auf dem Markt gesehen. Man weiss nur wenig über seinen aktuellen Status in der Wildnis, aber Experten vermuten, dass sein Bestand in den letzten Jahren stark gesunken ist. 

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03

Umweltbildung

Das 48 Hektar grosse Gelände des Orangutan Haven wird zu einer einzigartigen und umfassenden Bildungsressource mit Ausstrahlung in die ganze Region. Das Umweltbildungsteam im Orangutan Haven hat in Zusammenarbeit mit örtlichen Schulen und den Bildungsbehörden ein innovatives Lernprogramm für Schulgruppen und andere Personen jeden Alters entwickelt. Dadurch können wir einem breiten und vielfältigen Publikum den Schutz von Wildtieren, den Schutz des Ökosystems und nachhaltige Entwicklung näherbringen.

Individuelle Besucher:innen werden dereinst auf drei verschiedenen Naturlernpfaden, in der interaktiven Ausstellung des Besucherzentrums, im Ecofarming-Zentrum sowie auf geführten Exkursionen in die Natur eintauchen können.

Naturlernpfade

Drei sogenannte Ecotrails führen durch den Orangutan Haven. Diese Naturlernpfade sind thematisch nach den drei Regionen benannt, in denen PanEco und YEL Forschungsstationen betreiben: Leuser Ecosystem, Suaq Balimbing Research Station und das Jantho Orang-Utan-Auswilderungszentrum. Der Ecotrail Leuser, auf dem verschiedene Aspekte des Ökosystems Leuser vorgestellt werden, ist bereits begehbar, der Suaq-Trail wird in den kommenden Monaten erstellt.

Austausch mit Schulen

Seit Juni 2022 sind Schulen aus der ganzen Region eingeladen, den Orangutan Haven zu besuchen. Auf Führungen lernen die Schulklassen das Ökosystem Regenwald kennen und werden für Umweltthemen sensibilisiert. Sie besuchen das Ecofarming-Zentrum und erleben auf dem Naturlernpfad den Regenwald hautnah. Das Umweltbildungsteam besucht auch Schulen, wo sie in Workshops stufengerecht für das Thema Biodiversität sensibilisieren und den Orangutan Haven vorstellen.

Besucherzentrum Rimba Raya mit Ausstellung

Das Besucherzentrum Rimba Raya wird in Zukunft nach Überquerung der ikonischen Bambusbrücke der zentrale Informationspunkt für Besuchende sein. Hier wird man sich über sämtliche Aktivitäten informieren und Führungen buchen können. Kernstück wird eine interaktive Ausstellung bilden, in der die Besucher:innen in das Ökosystem Regenwald eintauchen und erfahren, was sie für den Schutz des einzigartigen Lebensraums tun können. 

Vernetzung und Partnerschaften

Wir organisieren Trainings und Workshops zu Umweltbildung, Biodiversität und Artenschutz für Lehrkräfte und Mitglieder der lokalen Gemeinden. Gemeinsam mit ihnen definieren und entwerfen wir Projekte und setzen diese um. Für Student:innen der Umweltbildung und Nachhaltigen Entwicklung werden Praktika angeboten, damit sie ihre Kompetenzen festigen und in die Praxis umsetzen können.

«Obwohl der Orangutan Haven noch nicht offiziell eröffnet ist, nutzen bereits viele Schulen und andere Gruppen die Naturlehrpfade und die Ecofarm des Haven. Wir haben eine Reihe von Unterrichtsmodulen entwickelt, die den örtlichen Schulen dabei helfen, die Anforderungen des nationalen Lehrplans zu erfüllen. Die Kinder lieben es, an einen so schönen Ort zu kommen.»

Maria Suhatri

Head of Education Team Orangutan Haven, YEL

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04

Nachhaltige Infrastruktur

Im Orangutan Haven wird Klimaschutz und nachhaltiges Bauen gross geschrieben. Mit der Verwendung neuer innovativer Techniken im Entwurf aber auch im Bau mit Materialien, die vor Ort von uns selber bearbeitet werden, leisten wir Pionierarbeit für ein Umdenken in der konventionellen Baubranche. Zusätzlich sind unsere Gebäude mit sauberen und erneuerbaren Energiequellen ausgestattet. 

Gerade in der Verarbeitung von Bambus sind wir stark. Der Orangutan Haven hat sich durch unsere selbständige Bautätigkeit zu einem Kompetenzzentrum für das Ernten, Behandeln und Verarbeiten von Bambus als nachhaltiges Baumaterial entwickelt. Neben den Gebäuden entstehen diverse Produkte aus Bambus, die vor Ort verwendet oder verkauft werden.

Bambus

Im tropischen Klima auf Sumatra bietet  Bambus eine ideale Grundlage für nachhaltiges Bauen. Es ist ein schnellwachsender, unerschöpflicher Rohstoff und eine ausgezeichnete Alternative zu Harthölzern. Weil die Bambusstangen innen hohl sind und in regelmässigen Abständen sogenannte Knoten aufweisen, sind sie äusserst stabil. Die Bambusstangen, die im hinteren Teil des Geländes wachsen, werden nach Bedarf geerntet, gereinigt, gegen Termiten immunisiert, getrocknet und anschliessend für die Bambuskonstruktionen verwendet. 

Stampflehmtechnik

Im Orangutan Haven wird soweit wie möglich auf Beton verzichtet. Wir ersetzen ihn durch innovative Baustoffe, die aus lokalen Sand- und Lehmarten hergestellt werden. So entstehen beispielsweise Wände aus gestampften Lehmschichten, die mit selbst hergestellten Stampfern in die Schalungen gedrückt werden. Auch die Ufer der Wassergräben rund um die Inseln sind so weit wie möglich aus Lehm und Steinen geformt und verkleidet.

Nachhaltiger Strom

Im Orangutan Haven braucht es eine zuverlässige Energiezufuhr, die wir so weit wie möglich aus sauberen und erneuerbaren Energiequellen selber produzieren. Seit 2017 liefert ein Kleinwasserkraftwerk auf dem Gelände einen Teil des Stroms, zum Beispiel für das Tickethäuschen im Eingangsbereich. Der Strom für die Inselanlage stammt von Solarpaneln, die auf den Dächern der umliegenden Gebäude installiert sind. 

Regenwasseraufbereitung

Die Toilettenanlagen funktionieren mit Regenwasser, das auf den begrünten Dächern gefiltert und gespeichert wird. Auch das Restaurant wird dereinst seinen Wasserbedarf mit gefiltertem Regenwasser decken und das Warmwasser von einer solarbetriebenen Warmwasseraufbereitungsanlage beziehen.

«Die Infrastruktur und die Bauweise im Orangutan Haven sind einzigartig. Es ist ein Ort, wo man nachhaltiges Bauen kennenlernen und entdecken kann. Ich bin stolz darauf, dass wir mit diesen Vorzeigebauten der zukünftigen Generation etwas übergeben können.»

Suherry

Constructionmanager of Orangutan Haven, YEL

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05

Ecofarming

Das 48 Hektar umfassende Gelände des Orangutan Haven bietet ein enormes Potenzial zur Förderung nachhaltiger ökologischer Landwirtschaftspraktiken. Eine Vielfalt an Nutzpflanzen, Obst und Gemüse, wie Kautschuk, Zitrusfrüchte, Kakao, Durian, Banane, Spinat, Ananas, Zuckerrohr und Ölpalme sind im bestehenden traditionellen Agroforstmosaik des Standorts bereits vorhanden. In der Gärtnerei werden diverse Setzlinge für die Umgebungsgestaltung gezogen.

Das Ecofarming-Zentrum wurde 2019 fertig gestellt. Es dient als Schulungsort für Landwirte, als Aula für Schulen und andere Gruppen sowie als Lager für Saatgut, Feldfrüchte und Werkzeuge.

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Partner

Der Orangutan Haven wird von der haftungsbeschränkten Kapitalgesellschaft PT Orangutan Haven betrieben. Unsere Schwesterstiftung YEL ist die Hauptaktionärin der Gesellschaft. Sie wird finanziert durch Partnerorganisationen und Spenden privater Personen. 

YEL ist unsere Schwesterstiftung auf Sumatra. Sie ist verantwortlich für die Umsetzung vor Ort. 

  Webseite YEL

Weitere Partner des Orangutan Haven: 

  Animal Friends

  Arcus Foundation

  Europäischer Tier- und Naturschutz e.V.

  Fondation Segré

  Fresno Chaffee Zoo

  Orangutan outreach

  Orang-Utan in Not e.V.

  Post Code Lotterie

  Symphasis

  Toronto Zoo

Ein grosses Dankeschön geht an unsere Partner:innen und alle privaten Spender:innen.

Aktuell

-
Nachhaltige Entwicklung, Orang-Utan-Schutz, Regenwaldschutz

Fünf Organisationen für den Schutz des Leuser-Ökosystems

-
Orang-Utan-Schutz

Wie vertreibt man einen Orang-Utan aus dem Garten?

Meine Spende für den Orangutan Haven und den Regenwaldschutz

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