Wildtierkorridore

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Orang-Utan-Schutz, Regenwaldschutz, Unkategorisiert
Eine grosse Gefahr für das Überleben der Orang-Utans ist die Entwertung oder Zerstückelung ihres Lebensraums. Das Batang Toru-Ökosystem ist besonders davon betroffen. In diesem Risikogebiet planen wir derzeit Wildtierkorridore, um sensible Orang-Utan-Populationen miteinander zu verknüpfen.

Das Problem
Stellen Sie sich vor, jemand errichtet mitten in ihrem Wohnzimmer eine Baustelle. Würden Sie sich da noch wohl fühlen? Wohl kaum. Das ist genau das, was mit dem Lebensraum vieler Orang-Utans und anderer Tiere in Sumatra geschieht. Mitten in ihrem Lebensraum werden Strassen, Kraftwerke oder Minen gebaut. Ihr Zuhause wird dadurch in Stücke gerissen, in der Fachsprache nennen wir das «fragmentiert». Nicht alle Tierarten überwinden diese menschlichen Hindernisse mühelos. Fragmentierte Lebensräume sorgen dafür, dass Tierarten nicht mehr zirkulieren, dass Sie sich allenfalls zurückziehen, dass Populationen geteilt werden und dadurch die genetische Vielfalt einer Population schrumpft. Im schlimmsten Fall führt das zum Aussterben einzelner Arten. Es ist wichtig zu wissen, dass Populationen erst dann gegen äussere Einflüsse, wie zum Beispiel eine Krankheit oder die Veränderung des Lebensraums durch den Klimawandel, robust sind, wenn die genetische Vielfalt möglichst hoch ist.

Ein Kraftwerk mitten im Batang Toru-Ökosystem

Wildtierkorridore als Lösung
Eine Lösung, um die fragmentierten Gebiete und Populationen wieder zu vernetzen, sind Wildtierkorridore. Gebiete, welche unter Naturschutz stehen und in denen Arten wie der Orang-Utan leben, werden durch wiederaufgeforstete Landstreifen, in vielen Fällen ehemaliges Monokulturland, wieder miteinander verbunden. Das ermöglicht den verschiedenen Tierarten, sich wieder untereinander zu vernetzten.

Wunderschöne Landschaften in Batang Toru – die Heimat der Tapanuli-Orang-Utans

Batang Toru als Fokusregion
Das Problem der fragmentierten Lebensräume ist in unserem Wirkungsgebiet besonders in Batang Toru gravierend. Dortleben die letzten verbliebenen Tapanuli-Orang-Utans, die am meisten bedrohte Art der Grossen Menschenaffen. Eine ihrer Populationen ist auf Grund von Fragmentierung auf nur noch wenige Dutzend Tiere geschrumpft – viel zu klein um robust und damit überlebensfähig zu sein. Auch die anderen beiden Populationen sind mit rund 550 und rund 120 Tieren sehr klein. Gegenwärtig erarbeiten wir ein Konzept für Wildtierkorridore im Gebiet der Tapanuli Orang-Utans. Zusammen mit unseren Partnern planen wir diese Korridore unter Einbezug der lokalen Bevölkerung. Das Gebiet der Korridore wird dabei ökologisch verwertbar gemacht mit Agroforestry, also dem nachhaltigen Mischanbau verschiedener Pflanzen. Die so für Wildtiere passierbaren Korridore sollen als Verbindung zwischen bisher isolierten Schutzgebieten, in welchen Orang-Utans leben, dienen. Wir hoffen, die nötige finanzielle Unterstützung dafür bald zu erhalten.

Auch andere waldbewohnende Arten wie der Malaienbär profitieren von Wildtierkorridoren.
Meine Spende für Umweltbildung, Artenschutz und bedrohte Lebensräume
Freibetrag CHF
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