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Sumatra-Orang-Utan-Schutzprogramm SOCP

Jedes Jahr fallen eine Million Hektaren Regenwald legalem oder illegalem Raubbau zum Opfer. Die Orang-Utans verlieren damit ihren Lebensraum. Das Sumatra-Orang-Utan-Schutzprogramm SOCP kämpft gegen das Aussterben dieser Menschenaffen und für den Schutz ihres Lebensraums, den tropischen Regenwald.

Hintergrund

Die Orang-Utans sind Opfer der rasanten Regenwald-Abholzung. Ihr Lebensraum wird zur Holzgewinnung und für neue Palmöl-Plantagen gerodet. Indonesien ist inzwischen zum grössten Palmöl-Produzenten der Welt gewachsen. Das vielseitige und preiswerte Pflanzenfett ist aus der heutigen Industrie nicht mehr wegzudenken. Jedes zweite Produkt im Supermarkt enthält Palmöl. Doch die Natur bezahlt einen hohen Preis. Den Palmöl-Plantagen fallen meist wertvolle Tropenwälder zum Opfer. Neben dem Orang-Utan verlieren so zahlreiche andere Arten ihre Lebensgrundlage. Durch die Brandrodung und die Trockenlegung von Sumpfwäldern werden zusätzlich grosse Mengen an Treibhausgasen freigesetzt und versprühte Chemikalien verseuchen den Boden. Wo neue Plantagen entstehen, entzünden sich zudem oft Konflikte um die Landnutzungsrechte.

Ein weiterer Gefährdungsgrund der Orang-Utans ist der Handel mit Orang-Utan-Babies. Diese gelten als Statussymbol. Um die Jungtiere zu bekommen, werden die Mütter erschossen. Vielfach kommen beim Sturz vom Baum auch die jungen Orang-Utans zu Tode. Wenn ein Junges den Sturz überlebt, stirbt es oft später in Gefangenschaft am Stress, den das traumatische Erlebnis ausgelöst hat.

Massnahmen

Auswilderung gefangen gehaltener Orang-Utans:

Illegal als Haustier gehaltene oder gefährdete Orang-Utans werden konfisziert und in der Auffang- und Pflegestation des SOCP medizinisch behandelt. Anschliessend werden die Orang-Utans in eine der beiden Auswilderungsstationen überführt. Dort werden sie auf ein Leben in ihrer natürlichen Umgebung vorbereitet, bevor sie freigelassen werden.

> Auffang- und Pflegestation

> Auswilderung

Forschung und Monitoring:

Forschung bildet die Grundlage für erfolgreiche Wiederansiedlungen von Orang-Utans und den Schutz ihres Lebensraums. Das SOCP betreut in ihren vier Forschungsstationen langfristige Forschungsprojekte. Denn nur durch das Beobachten wild lebender Orang-Utans über mehrere Jahre hinweg kann herausgefunden werden, was für ihren Schutz notwendig ist.

> Forschungsstationen

Schutz und Erhaltung des Lebensraums:

Das SOCP setzt sich dafür ein, dass Schutzgebiete ausgeweitet und der Schutz in bereits bestehenden verbessert werden. Das SOCP-Team betreibt Kampagnen- und Informationsarbeit zum Schutz der Orang-Utans und dessen Lebensraum. Das Programm setzt sich für den nachhaltigen Palmöl-Anbau ein.

> Regenwaldschutz

Erfolge

  • Bisher konnten in der Quarantänestation 347 Orang-Utans aufgenommen und behandelt werden.
  • Ende 2016 waren 47 Orang-Utans in der Station
  • In Jambi und in Jantho konnten insgesamt 265 Orang-Utans erfolgreich ausgewildert werden.
  • Die enge Zusammenarbeit zwischen dem SOCP und den lokalen Behörden führte zu einer wesentlichen Verbesserung des Gesetzesvollzugs. Die Behörden können so viel mehr illegal gehaltene Orang-Utans beschlagnahmen als früher.
  • Gründung eines neuen Sumatra Orang-Utan-Bestands im Nationalpark Bukit Tigapuluh, Zentralsumatra, wo die Orang-Utans ausgestorben waren. Dadurch haben sich die Überlebenschancen der Art massiv verbessert.
  • Nach jahrelanger Lobbyarbeit durch das SOCP fiel 2014 der Regierungsentscheid, Batang Toru zum Schutzwald zu erklären. Damit ist die dortige Orang-Utan-Population, die sich genetisch stark von der nördlichen unterscheidet, nachhaltig geschützt.

Finanzierung

Das Sumatra-Orang-Utan-Schutzprogramm SOCP ist ein Gemeinschaftsprogramm von PanEco, ihrer Partnerstiftung YEL auf Sumatra und der indonesischen Naturschutzbehörde. Das Programm wird finanziert durch Spenden von privaten Personen und anderen Stiftungen.