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WAS HAT DER OSTERHASE MIT BRANDRODUNGEN ZU TUN? Ostervorbereitungen laufen auf Hochtouren, hier im Beck Schneider in Flaach. Full view

WAS HAT DER OSTERHASE MIT BRANDRODUNGEN ZU TUN?

Ostern steht vor der Tür. Nie wird mehr Schokolade konsumiert; mehr als drei Tafeln vertilgt der durchschnittliche Schweizer über die Feiertage. Doch manch eine ist sich der Schattenseite gar nicht bewusst: Viele Schokoladenhersteller verwenden Palmöl für die Herstellung ihrer Osternaschereien!

Wer Rücksicht auf die Regenwälder nehmen will, ohne auf Schokolade zu verzichten, verbringt die Ostereinkäufe mit schweisstreibender Detektivarbeit. Um Ihnen Zeit und Mühe zu ersparen, haben wir uns für Sie auf Erkundungstour gemacht und versucht, die besten Faustregeln für süsse, aber trotzdem nachhaltige, Ostern zusammenzutragen.

Nicht alle Schokoladenhersteller setzen auf Palmöl

Viele Hersteller vertreten die Meinung, dass mit dem Verzicht auf Palmöl eine Minderung der Konkurrenzfähigkeit einhergeht. Palmöl wird als Ersatz für teurere Pflanzenfette wie Kakaobutter oder Sonnenblumenöl verwendet. Können die Schokoladenhersteller nicht auf Palmöl verzichten? Doch, denn unter den 22 untersuchten Schokoladenhersteller, finden wir immerhin drei Produzenten, die in der Produktion ganz auf Palmöl verzichten: Camille Bloch, Cailler und Favarger.

Umweltbewusste Schokoladenfans können sich freuen: Diese drei Hersteller sind keine Exoten und auch ausserhalb von Bioläden und Reformhäusern erhältlich. Camille Bloch, Cailler und Favarger sind bekannte Namen. Davon sind vor allem die zwei Erstgenannten stark im Oster-Sortiment der Schweizer Detailhändler vertreten.

Jeder kommt auf seine Kosten – auch ohne Palmöl

Wenn man sich nun die Inhaltsangaben der Schoggihasen, -eili und Co. anschaut, fällt auf, dass Schokoladenprodukte ohne Füllung meist ohne Palmöl auskommen. Schoggihasen-Fans können also aufatmen. Wer weder die Finger von Füllungen lassen, noch sich mit einer palmölfreien Marke anfreunden kann, aber trotzdem lieber auf Palmöl verzichtet, muss ein wenig mehr Aufwand betreiben. So sind z.B. die verschiedenen Freylini-Eier der Migros bis auf wenige Ausnahmen palmölfrei. Auch die Bio-Schoggieier von Coop sind alle palmölfrei und in verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich. Für einen Überblick des gesamten Eier-Angebots von Migros  und Coop, werfen Sie doch einen Blick auf unsere grafische Zusammenfassung.

Nachhaltiges Palmöl?

Ausser Camille Bloch, Cailler und Favarger verarbeiten alle anderen Schweizer Schokoladenhersteller Palmöl für ihre Produkte. Jedoch verwenden alle Schweizer Hersteller ausnahmslos 100% RSPO-zertifiziertes Palmöl. Diese Zertifizierung ist aber mit Vorsicht zu geniessen: PanEco vertritt den Standpunkt, dass RSPO-Palmöl nicht als nachhaltig bezeichnet werden kann (weitere Infos). Nur wenn Verzicht auf Palmöl nicht möglich ist, sollte zertifiziertes Palmöl konsumiert werden.

Neben Coop und Migros, haben wir ebenfalls regionale Bäcker und Konditoren im Zürcher Weinland befragt. Folgende Bäckereien verzichten auf Palmöl in ihren Osterhasen:

  • Ammann Bäckerei Konditorei Confiserie, Unterstammheim
  • Bäckerei-Konditorei Gut, Marthalen
  • Wyland Beck, Truttikon
  • Bäckerei und Konditorei Schläpfer Henggart
  • Bäckerei zum Bären, Kleinandelfingen
  • BedaBeck, Basadingen
  • Bäckerei-Konditorei-Café Gnädinger AG, Andelfingen
  • Brot vom Held, Dachsen
  • Beck Schneider, Flaach

Der beste Weg Palmöl an Ostern zu vermeiden, ist, die Inhaltsangabe der Produkte zu lesen. Auch wenn der Einkauf anfangs ein wenig mehr Zeit kostet, gewinnt man schnell einen Überblick, welche Produkte Palmöl enthalten und welche nicht. Das gilt natürlich nicht nur für Osterschokolade, sondern auch für alle anderen Produkte in Ihrem Einkaufswagen.

> Faktenblatt zum Thema RSPO
> Palmöl: Wo liegt genau das Problem?